Bremst diese Frage Sie aus: Ist Geld verdienen moralisch OK?


Haben Sie ein zwiespältiges Verhältnis zum Geld
und werden dadurch ausgebremst?
Schlechtes Gewissen?

Vielleicht ist es ein seltsame Frage. Doch immer wieder habe ich den Eindruck, dass es eine der ganz wesentlichen Fragen ist die Unternehmer ausbremst.

Was diese Frage so wichtig macht ist folgendes:

Mit einem Unternehmen geht es entweder vorwärts oder rückwärts. Ein Stillstand ist fast nicht möglich. Wenn das eigene Verhältnis zum Geld nicht geklärt ist, dann wird aufgrund von eigenen Denkmustern ein gesundes Wachstum unterbewußt sabotiert. Und das ist gefährlich, weil zum Beispiel daraus plötzlich ein Liquiditätsengpass entstehen kann, oder notwendige Entscheidungen einfach nicht gemacht werden (keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung), und Unterfinanzierungen eher normal als die Ausnahme sind.

Obendrauf wird ausgeblendet, dass ein Geschäft nur eine Existenzberechtigung hat, wenn man auch daran verdient. Denn die Kosten sind  im Verhältnis viel hoch wenn es zusammenbricht, im Vergleich zur Chance eines Geschäftes welches “nicht dazu da ist Geld zu verdienen”.

Es sind hohe (emotionale) Kosten die ihren Tribut fordern. Diese Kosten bestehten zum Beispiel daraus dass ein Kredit noch über Jahre abgezahlt werden muss, besonders bei Kleinunternehmern die nicht so auf die Geschäftsform achten,  alle Optionen für die nächsten Jahre nicht vorhanden sind, der Stress, die Entmutigung, oft Häme im eigenen Umfeld etc.

Geld ist ein neutrales Objekt. Sie können mit Ihrem Geld die tägliche tödliche Packung Zigaretten kaufen, oder das gleiche Geld nutzen um einen gesunden Sack Apfelsinen zu bezahlen. Sie können Drogen kaufen, oder das Geld nutzen um Bibeln drucken lassen. Geld ist weder gut noch schlecht. Der Mensch dahinter ist ausschlaggebend.

  • Oft wird gesagt, dass Geld den Charakter verdirbt.

Nein, ich denke Geld zeigt den Charakter und verstärkt die vorhandenen Charaktereigenschaften. Und zwar unabhängig davon ob jemand viel Geld oder wenig Geld hat, ob jemand arm oder reich ist.

Es ist wie mit dem Alter, welches die eigenen Charaktereigenschaften verstärkt. Der eine wird zum alten grantigen Sack, der Andere wird milder, angenehmer und weiser.

  • Genau so wie ein Messer neutral ist: Man kann damit jemanden abstechen, oder die Butter aufs Brot schmieren.
  • Der Alkohol ist nicht das Problem, sonder was man draus macht: Gesittet das Glas Wein genießen, oder das Einkommen versaufen, sich die Birne zukippen und dann abkotzen.

Wer zum Beispiel wegen einem Raubüberfall im Knast sitzt, war der Meinung dass Geld umverteilt werden muss, und nicht durch eine erbrachte Leistung verdient und geschaffen wird. Die Liebe zum Geld war größer als das beste Interesse des Gegenübers, welcher zusammengeschlagen und beraubt wurde. Das ist auch was die Bibel meint, wo geschrieben steht: “Die LIEBE ZUM GELD ist die Wurzel allen Übels” (1. Timotheus 6:10). Nicht das Geld ist das Übel, sondern die Rücksichtslosigkeit die damit so oft einhergeht.

Wer ist geiziger und geldgieriger?

Der Reiche der aus seinem Überfluss heraus spendet? Oder der Durchschnittsverdiener der nie oder kaum spendet, aber über Bill Gates ablästert?

Und wie sieht es mit dem Neid aus?
Etwas unverdient haben wollen, ohne dafür eine Leistung zu erbringen? Was tun sich denn da für finstere geldgierige Abgründe auf?

Nichts Neues:
Seitdem es das Internet als Massenware gibt, ist der Konkurrenzkampf noch viel härter geworden, und das wetteifern um Kunden noch viel intensiver. Es gilt noch intensiver, geschickter und effizienter um die Gunst der Kunden kämpfen. Wer „es schnallt“, für den gibt es mehr Chancen als je zuvor.

  • Das bessere Produkt oder die hohe Qualität eines Services ist keine automatische Berechtigung zum Geschäftserfolg.
  • Wo früher gute Inhalte im Internet ein Erfolgsgarant waren, ist heute guter Content schon fast selbstverständlich. Aber auch dieser reicht nicht aus. Die Vermarktung der Produkte muss stimmen.
  • Auch wenn jemand krampfhaft positiv denkt – so funktioniert Geschäftserfolg nicht.

Ganz gefährlich ist ein Fairness-Denken.
Das man zum Beispiel viel Geld verdienen sollte, weil man hart arbeitet. Geld funktioniert nicht nach Fairness. Wenn es so wäre, dann wären alle sehr wohlhabend die besonders schlau oder talentiert sind. Oder alle Künstler wären sehr reich. Und Krankenschwestern würden mit dem Helikopter zur Arbeit fliegen.

Harte Arbeit?
Nein, Geld fragt nicht danach wie hart dafür gearbeitet wurde.

Geld fließt auch nicht dorthin wo es bitter nötig ist.
Niemand will mit jemandem arbeiten, der krampfhaft nach Aufträgen sucht. Derjenige der es am wenigsten nötig hat, hat die Macht – es ist die Grundlage jeder Verhandlung. Weil die Hebelwirkung vorhanden ist. Und hier scheitern so viele Unternehmen – weil das eigene Marketing so inkonsequent gemacht wird, muss man nehmen was vorhanden ist. Oft weit unter einem fairen Marktpreis.

Sich damit auseinanderzusetzen wie Geld funktioniert ist als Unternehmen eine Notwendigkeit.
Mehr als je zuvor. Es gilt das eigene Verhalten zu überprüfen, vorhandene Glaubenssätze zu hinterfragen, und zu schauen wo man sich selber unbewusst sabotiert. Vermeiden Sie nicht die notwendigen Veränderungen im Marketing. Diese verlangen auch, dass man sich damit auseinander setzt, wie man die Gewinne maximieren kann, ohne die Nachhaltigkeit des Geschäftes aufs Spiel zu setzen. Schon alleine weil ein erhöhter Marketingaufwand heute auch finanziert werden will.

Genau darum geht es im Geschäft:
Es geht darum dass Person A der Person B Geld gibt.
Aus irgendeinem Grund. Ganz egal wie das
Wirtschaftsumfeld aussieht. Wenn Sie das auf die
Reihe bekommen, dann ist es auch ganz egal was die
anderen machen. Sorgen Sie also dafür dass
Sie gute Gründe haben.

Und wie sieht es mit der Ehrlichkeit aus?

Einfach mal ganz scharf nachdenken:

Selbst wenn Ehrlichkeit, Integrität und Aufrichtigkeit im Geschäft vielleicht nicht Ihr Ding ist: Dann sind Sie doch wenigstens pragmatisch. Wer nicht sauber arbeitet, kann gleich auf die nachgelagerte Gewinne verzichten, weil es praktisch unmöglich wird Verkaufstrichter aufzubauen. Man verliert Kunden weil Zusagen nicht eingehalten werden. Weil es Stress für den Kunden bedeutet. Sagen Sie weniger zu, aber halten Sie das ein was Sie zusagen. Es nicht zu tun ist doch die reinste Selbstsabotage im Geschäft.

 

  • Verkaufskunst, gute Werbetexte, geschicktes Marketing, nachhaltiger Geschäftsaufbau etc. sorgen dafür, dass Geld bei Ihnen ausgegeben wird.

Das bedeutet Sicherheit für Sie, Ihre Familie, Ihr Geschäft, Ihre Optionen im Leben, Ihre Shareholder, Ihre Lieferanten, Ihre freien Mitarbeiter, Ihre Angestellten, Ihre Geldgeber, Ihre Kunden und Ihren Einflussbereich.

  • Was ist jetzt Pflicht?
  • Und was ist Pflichtversäumnis?

Was ist jetzt moralisch OK: Pflicht oder bewusste Pflichtversäumnis?

Markus Trauernicht