Ihr nächstes Seminar, Ihr nächster Marketing-Kurs – was kaufen Sie wirklich?

Ist es in Wirklichkeit nur die Erlaubnis vor sich selber einen angemessenen Marktpreis für die eigene Arbeit verlangen zu können?

Obwohl Sie schon eigentlich alles wissen, was dort vorgetragen wird.

Lernen Sie dort wirklich die Dinge die Sie brauchen, oder ist es nur ein Alibi sich das nötige „Selbstbewusstsein“ zu kaufen. Um sich dann auch wohl zu fühlen um sich die eigene Dienstleistung „marktgerecht“ zahlen zu lassen.

  • Dann liegt die Lösung aber nicht im nächsten Kurs, Seminar, Coaching etc.

Sondern darin, dass man sich immer wieder neu von seinem „Head-Trash“ verabschiedet. Wer immer nur danach schaut was der Rest vom Markt macht, wird ganz schnell feststellen, dass er nicht von der eigenen Dienstleistung leben kann. Obwohl andere im gleichen Markt florieren.

  • Keine Frage. Es gibt Bereiche, wo Seminare, Coaching etc. wirklich wichtig sind. Zum Netzwerken und die notwendigen Sachkenntnisse zu bekommen.

Nur darf man sich selber die ehrliche Frage nach den echten Motivationen fragen.

Was ich immer wieder sehe, dass sich Marktnischen zu eigenen Gruppen zusammenschließen um sich ein Qualitätslogo oder eine Insider-Gruppe zu erschaffen. Um sich dann im Namen der Gruppe zu einem fähigen Dienstleister ernennen zu lassen. Und da wird dann auch eine Norm für eine „gerechte“ Vergütung und Mindestvergütung der Dienstleistung geschaffen.

Was passiert da wirklich? Was passiert ist, dass sich die einzelnen Teilnehmer im Regelfall die „Erlaubnis“ bei der Gruppe holen, einen gewissen Marktpreis zu verlangen. Oder überhaupt tätig zu sein. Weil man sich sonst nicht wohl genug fühlt, einen bestimmten Preis für eine Dienstleistung zu verlangen, oder eine Dienstleistung anzubieten. Auch das ist eine Form von Selbstsabotage.

Jetzt ist es aber auch so, dass sich andere einfach verpflichtet fühlen das nächste Coaching, den nächsten Marketingkurs, den nächsten Super-Guru, das nächste Seminar zu besuchen, um sich wohl dabei zu fühlen einen bestimmten Preis verlangen zu können.

Das Problem ist hier dann oft nicht das fehlende Fachwissen, sondern die eigene Unsicherheit ist das Problem.

Und dann sollte man sich ernsthaft fragen, ob man sich die Zeit und die Kosten lieber spart, das Internet sinnvoller nutzt, und einfach ein paar mehr Kunden akquiriert.

Es gibt echte „Qualifikationen“:

  • z.B. Tierarzt, Gesellenbrief, eigens beigebrachtes fachliches Können, sinnvolle Industrienormen einhalten, Franchisetrainings markbewiesener Franchiseunternehmen

Und es gibt Scheinqualifikationen. Diese Scheinqualifikationen sind oft in Bereichen zu finden, wo es keine wirklichen Eintrittsbarrieren gibt. Und ein Quereinstieg relativ einfach ist. Wo der Einstieg so einfach ist, dass für die Insider notwendig ist, diese künstlichen Barrieren zu errichten.

  • Erkennbar sind diese oft daran, dass die Betroffenen die eigene „Qualifikation“ hochloben, wenn es bei fachlichen Fragen und dem Können eng wird.

Nehmen Sie an Seminaren teil, Coachings, Kursen etc., wenn es Ihnen hilft die eigene Lernkurve zu verkürzen. Andererseits – lieber ein paar mehr Kunden akquirieren, oder sich das zusätzliche notwendige Fachwissen in Ihrem Bereich selber aneignen…

Markus Trauernicht