Häppchenweises Infomarketing – ist das heute noch aktuell?

Vor ca. 10 Jahren hatte ich ab und zu mal Anrufe die folgendermaßen abliefen:

“Herr Trauernicht, Sie machen ja Webseiten, mit denen man Geld verdienen kann. Können Sie mir ein paar so Webseiten bauen, mit denen man automatisch Geld verdienen kann.”

Da konnte ich es dann auch nicht lassen, spaßeshalber etwa so zu antworten:

“Wieviel soll so eine Webseite im Monat bringen, und wie viele solcher Webseiten wollen Sie haben?

Dann kam meist die Antwort: “Im Prinzip ist das unlimitiert, solange die profitabel sind!

Meine Antwort: “Jetzt müssen Sie mir noch sagen, warum ich überhaupt so eine Webseite verkaufen sollte, wenn man damit so leicht Geld verdienen kann? Da geht doch irgendwie die Rechnung nicht auf? Ich wäre ja schön blöd so etwas zu verkaufen, wenn das so einfach sein soll?”

Dann stellte sich kurz darauf immer heraus, dass derjenige einen Kurs in den USA von einem hocherfolgreichen Internetmarketer bestellt hatte, worin erklärt wurde, wie man solche Webseiten baut, und wie einfach das ist. Und nie hat jemand kapiert, dass der Infokurs der verkauft wurde, das Produkt selber war. Zweifelsohne wurden so viele Millionen verdient. Solche Kurse kann man so beschreiben:

Es wurde ein Kurs mit dem Thema: “Geld im Internet verdienen” erstellt. Und jeder nachfolgende Kurs, für teures Geld verkauft, erzählt wie der vorherige Kurs so gut verkauft wurde. Das Problem: Die Infos lassen sich nicht auf ein anderes Produkt übertragen. Noch schlimmer, die Marketing-Infos lassen sich oft nicht mal auf das Marketing für andere Infoprodukte übertragen!!

Und das ist auch immer wieder ein Problem heute: Ich werde angesprochen, dass ein Kunde, der physische Produkte herstellt und verkauft, ein Infomarketing machen will. Und zwar genau so wie ein “Guru” es in seinem Kurs / Blog vorschlägt. Das Problem dabei ist, dass diese “Gurus” nahezu ausschließlich im Infomarketing sind. Also Informationsprodukte verkaufen. Die Vorgehensweise im Marketing für Infoprodukte lässt sich aber nicht auf anfassbare Produkte (meine keine ausgedruckte PDF-Datei) so übertragen.

Keine Frage, Informationsmarketing ist auch heute lukrativ. Google macht es, und die Börsenverlage, für die ich viel geschrieben habe, auch. Nur die Vorgehensweise im Marketing ist nahezu nie für anfassbare physische Produkte geeignet. Anfüttern und heiß machen mit Informationshäppchen gehört ins Infomarketing, aber nicht in den Bereich von physischen Produkten.

Unterscheiden Sie immer zwischen Infomarketing für:

  • Physische Produkte
  • Informationsprodukte

Das sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe.

Markus Trauernicht