Haben Sie Angst davor, dass die Konkurrenz Ihre tollen Inhalte aus dem Informationsmarketing klaut?


Wird Ihre Konkurrenz Ihr Gedankengut Ihres Informationsmarketings übernehmen?

Ich erfahre immer wieder, dass Unternehmer Angst haben die besten Informationen ins Internet zu stellen.

Berechtigt oder nicht?

Oder es wird an einem perfekten Produkt entwickelt, und das wird dann so geheim gehalten, dass die Umwelt gar nichts davon erfährt. Die bittere Enttäuschung kommt dann oft, wenn man endlich das Produkt der Welt präsentiert – und Niemand sich dafür interessiert.

Gerade Unternehmer sind oft absolut verschwiegen – aus Angst dass die Konkurrenz die Idee klaut. Wenn man eine ganz einfach umsetzbare geniale Idee hat, dann ist dies auch ein ernsthaftes Problem. Denn eine fähige Konkurrenz kann eine einfache Idee oft schneller umsetzen, und hat dann noch die notwendigen Vertriebskanäle.

Was aber ganz schnell vergessen wird, ist dass die Umsetzung zwischen Erfolg und Misserfolg entscheidet. Also die Fähigkeit eine Marktnische in kurzer Zeit zu dominieren. Wenn die Konkurrenz in der Lage ist, eine Idee schnell umzusetzen, dann sollte man sich auch jeden Fall im Keller einschließen bis man weit genug voran geschritten ist.

  • Allerdings ist die Angst vor der großen Konkurrenz oft übertrieben. Denn wer will bei einem großen Unternehmen schon etwas Neues wagen, und das Risiko eingehen total zu versagen.

Es gibt aber noch etwas was bei der Produktentwicklung oft vergessen wird. Geniale Produkte werden iterativ entwickelt. Man lernt wofür der Kunde wirklich bereit ist Geld auszugeben, indem man etwas ausprobiert, und dann ein Feedback vom zahlenden Markt bekommt. Man lernt dabei und verbessert, bis man etwas hat wofür der Markt bereit ist zu bezahlen. Das ist ja auch der Grund warum „ lukrative Geschäftsideen aus dem Regal“ so beliebt sind – die Chance des Versagens wird drastisch reduziert.

Jede Umfrage verblasst gegen diese Vorgehensweise, außer die Umfrage wird an Menschen gerichtet, die schon ein solches Produkt gekauft haben. (Und wenn diese Umfragen immer funktionieren würden, dann gäbe es auch kaum Autos die am Markt vorbei entwickelt werden würden).

Früher hat es funktioniert, wenn man ein geniales oder einfach ein besseres Produkt hatte. Ralph Waldo Emerson (1803 geboren) hatte schon gesagt, dass man einfach eine bessere Mausefalle bauen muss, und dass die Welt sich dann schon einen Weg zu Ihnen bahnt.

Heute ist das Blödsinn. Oder zumindest die außerordentliche Ausnahme. Es braucht mehr als ein geniales Produkt. Ohne Vermarktung geht fast nichts mehr.

Vom Produkt zum Informationsmarketing:

Wie offen darf man denn im Informationsmarketing sein?

Gehen wir mal davon aus, dass ein Unternehmen ein laufendes Geschäft mit physischen Produkten hat, und jetzt mit einem Informationsmarketing noch mehr erreichen will. Man würde beispielsweise einen Ebook-Download über 20 – 50 Seiten erstellen, und darin genau auf Grundbegriffe, Standards, Vorgehensweisen und Einsichten eingehen. Oder ein paar hilfreiche Videos ins Netz stellen.

Die Frage ist, was man sinnvollerweise ins Internet stellen soll?

  • OK, ganz klar ist, dass nichts ins Internet gehört, was nur die Konkurrenz schlau macht, Ihnen aber keine Kunden bringt.

Einen Gedanken den man nicht vergessen darf ist, dass wenn die Zeit für eine Idee oder einen Gedanken reif ist, dann werden mehrere Leute diesen Gedanken haben.

Was wenn die Konkurrenz auch gerade an etwas arbeitet, was Ihren Infos gleich kommt, und es vor Ihnen ins Internet stellt? Damit würden Sie schon viel eher als Nachahmer gesehen werden.

Was wichtig ist, ist die Positionierung. Helfen diese Informationen, die kostenlos ins Netz gestellt werden sollen, um Ihre Positionierung am Markt zu stärken, verbessern, aufzuwerten und auszudehnen? Werden Sie viel mehr beim Kauf zur logischen Ansprechadresse?

Hilfreich kann es sein, wenn man einen eigenen Begriff schafft, für den man am Markt stellvertretend steht. Leicht gesagt, schwer umsetzbar.

An welches Unternehmen denken Sie, wenn Sie an Hamburger denken? OK, ein Ausnahmebeispiel mit dem der typische Unternehmer wenig anfangen kann, da es wenig mit der eigenen praktischen Unternehmensführung zu tun hat.

Doch den Gedanken kann man mal weiter führen – bezogen auf Nischenmärkte.

An welches Unternehmen denkt der potentielle Kunde zuerst in Ihrem Markt?

Und warum?

Es geht nicht darum, dass die Welt Ihren Namen kennt, sondern darum was Ihr Zielmarkt mit Ihnen verbindet.

Das Informationsmarketing kann den entscheidenden Unterschied bewirken. Der Gedanke ist doch naheliegend, dass dort wo die besten Informationen zu bekommen sind, auch der beste Ansprechpartner ist.

An diesem Punkt lauert eine weitere Stolperfalle: Man will der Welt nicht etwas zeigen was nicht perfekt ist. An dieser Stelle hilft es an das Pareto-Prinzip zu denken: Es braucht nicht perfekt zu sein.

Wenn Sie jetzt mal Ihre besten Informationen nehmen, diese aufbereiten und als Download ins Netz stellen – wie viele dieser Informationen kennt die Konkurrenz schon?

Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit kennt die Konkurrenz die Infos schon. Es liegt ja in der Natur der Dinge, weil die sich mit den gleichen Sachverhalten wie Sie beschäftigt. Möglicherweise gibt es Fachbegriffe über die man sich nicht einig ist. Aber im großen Ganzen ist für die Konkurrenz wahrscheinlich nicht viel Neues dabei.

  • Wenn es in Ihrem Fall so ist – was spricht dann ganz sachlich dagegen jetzt intensiv mit einem Infomarketing anzufangen?
  • Was muss denn geschehen, bis man die Infos ins Netz stellt?

Trotzdem Angst vor der Wissbegier und der Nachahm-Freudigkeit der Konkurrenz?

Vielleicht fühlen Sie sich mit dieser Vorgehensweise wohler.

Geben Sie die Möglichkeit zu einem kostenlosen Download auf der Webseite, im Tausch gegen die Emailadresse. Dann schreiben Sie den Empfänger via Email danach an, dass Sie ihm noch mehr Infos auf dem Postweg zuschicken wollen. Denn so kommen Sie an die Postadresse. Auf dem Postweg können Sie dann die Infos zukommen lassen, die Sie nicht so ins Internet stellen wollen. Gerade bei hochpreisigen Produkten bietet es sich an so zumindest etwas zu schützen.

Man kann nicht verhindern, dass ein potentieller Kunde sich anderweitig informiert. Genau diese Infos die einen Kauf rechtfertigen sollte er bei Ihnen bekommen. Und nicht erst im Internet die Infos zusammen suchen müssen.

Markus Trauernicht