Kann man mit Ebooks wirklich noch Geld verdienen?

Sind Ebooks eine echte Chance oder explodiert Ihnen das Keyboard damit um die Ohren?

Ich muss einfach mal etwas loswerden. Es gibt eine Menge Informationen im Internet darüber, wie man ganz einfach Geld damit verdient wenn man Ebooks verkauft.

Keine Frage, es ist viel Geld im Informationsmarketing. Allerdings gibt es ein paar Dinge die gesagt werden müssen.

Ganz direkt: Mit einem 29 Euro Ebook werden Sie niemals reich werden. Sie werden ein paar Hundert oder ein paar Tausend Euro verdienen, aber das war es dann schon. Und selbst ein paar Hundert Euro sind sehr hoch gegriffen.

Klar, es ist eine Leistung ein Buch zu schreiben. Das typische durchschnittliche gedruckte Buch in den USA verkauft sich rund 500 Mal. Nicht am ersten Tag, sondern auf Lebenszeit. Wenn Sie als Autor 3 Dollar pro Buch verdienen, dann sind das 1.500 Euro für mehrere Monate Arbeit.

Es gibt bessere Wege Geld im Internet zu verdienen.

Das Problem ist, dass man mit einem 29 Euro Ebook nicht auf seine Kosten kommt. 29 Euro sind weniger als das was man normalerweise für einen neuen Kunden an Werbekosten bezahlt.

Der Trick mit Informationen Geld zu verdienen, liegt im Verkaufstrichter und Listenmarketing. Wo man mit nachgelagerten Informationsprodukten das Geld wieder rein bekommt.

Typischerweise kostet es einen Verlag der Informationen verkauft mehrere Monate, bis das Geld für die Werbung wieder eingespielt ist. Deswegen sind Verlage so scharf auf Abonnements.

Typischer Vorgang: Man bekommt Investitionsempfehlungen von einem Verlag, der aber nicht an einem Abschluss wie ein Makler oder Versicherungsvertreter verdient.

  • Einfacher Börsenbrief: 99 Euro pro Jahr: Man bekommt eine Reihe von Investitionsempfehlungen.
  • Aufwendiger Börsenbrief: 1000 Euro pro Jahr. Man bekommt fast täglich Informationen darüber, was man kaufen, halten oder verkaufen soll. Dazu hier und da Sprechstunden via Telefonkonferenz mit dem Analysten.
  • Noch aufwendiger: 5.000 Euro pro Jahr. Spezifische Börsenbriefe mit engerer Beratung in einem ganz speziellen Bereich.

Was sind 1.000 oder 5.000 Euro im Jahr wenn man 1 Mio anlegen will und wirklich unabhängige Informationen haben will. Wo der Berater nicht an einem Abschluss verdient.

(Immerhin hätten wir ohne „Profis“ keine Finanz- und Wirtschaftskrise. Und die gleichen Profis die die Finanzkrise nicht haben kommen sehen, sagen jetzt dass diese vorbei ist.)

Wie will rein geschäftlich gesehen ein 29 Euro Ebook mit einem Börsendienst, der 1.000 Euro im Jahr kostet, mithalten?

Es muss ja nicht unbedingt um Börsenbriefe gehen. Es kann ja genau so gut eine kostenpflichtiger Newsletter über andere Themen sein.

Beispiele für bezahlte Newsletter

  • Hintergründe wenn man in Thailand produzieren lassen will
  • Wie man einen Kindergarten geschickt führt.
  • Gesünder kochen
  • Personalinformationen & neue Gesetzesänderungen für Personalchefs
  • Hintergründe und Entwicklungen im Holzmarkt
  • Ein Newsletter für Geschäftsideen
  • Newsletter für Unternehmensgründer
  • Newsletter für Rechtsanwälte die in einem Fachgebiet immer aktuelle Informationen haben wollen.
  • Rechtssichere Templates für Kleinunternehmer
  • Self Improvement Newsletter
  • Zuchtinformationen für eine spezielle Pferdeart
  • Gesetzesänderungen für Architekten von Wohnhäusern
  • Beratungsinformationen für den Versandhandel
  • Geldanlagen für Rentner die sicher zocken wollen
  • Informationen zur persönlichen Weiterentwicklung
  • Newsletter über erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung
  • Newsletter für Stiftungen
  • Informationen zur geschicken Nutzung des Computers
  • Aktuelle Informationen für Sekretärinnen
  • Geschicktere Vermarktung für Chiropraktiker
  • Konfliktmanagement und Personalführung für das Management

Wie will ein Ebook für 29 Euro mit einem monatlichen Abonnement mithalten? Mit einem Abonnement wird immerhin monatlich Geld eingespielt.

Wer ein Ebook für 29 Euro verkauft, kann nur erfolgreich sein, wenn nachgelagerte Produkte den Gewinn einfahren.

  • Wie spezielle Informationen für 97 Euro.
  • Ein Seminar für 2.500 Euro
  • Ein CD Audio-Kurs mit 8 CDs mit Experteninterviews zu einem speziellen Thema.

Doch es gibt ein weiteres Problem:

Wenn ein Ebook einfach mal so ins Internet gestellt wird, dann wird es anfänglich von den typischen Webseitenbesuchern gekauft. Doch schon kurz danach brechen die Umsätze drastisch ein.

Es braucht einen Produkt-Launch. Wo eine Liste aufgebaut wird, und ein großer Erstverkauf stattfindet. Und werbetexterisch alle Register gezogen werden.

Schauen wir uns mal die Zahlen an.

Eine Webseite bekommt 100 Webseitenbesucher pro Tag. Also 3000 pro Monat. Diese werden von den Suchmaschinen vorbei geschickt. (Die Zahlen sind sehr hoch gegriffen.)

1% beschließt das Ebook zu kaufen. Das sind 30 Ebooks pro Monat.

30 Besucher mal 29 Ebooks a 29 Euro = 870 Euro pro Monat.

Minus Werbekosten.

Der Haken: Die typische Ebookseite, mit sagen wir mal 20 Unterseiten, bekommt keine 100 Webseiten von Google pro Tag. Dazu verteilt sich der Traffic inzwischen auf viel zu viele Webseiten im Internet.

OK.

Schauen wir uns das mal von einer anderen Seite an.

Sie zahlen bei der Pay per Click Werbung 30 Cent pro Besucher.

1 % der Besucher kauft ihr Ebook.

Von 100 Besuchern kauft also einer das Ebook. Für diese 100 Besucher haben Sie 30 Cent mal 100 bezahlt. Also 30 Euro.

Das Ebook kostet 29 Euro. Das sind ein Euro Verlust pro Kunde.

Aber machen wir uns nichts vor. Wenn 1% oder mehr der wildfremden Webseitenbesucher (kein Vertrauensbonus) das Ebook kauft, dann haben Sie für den Werbetext auch ein paar Tausend Euro bezahlt.

Sie verstehen was ich meine.

Das Angebot muss stimmen bevor es zum Traffic kommt.

Man kann mit einem Ebook, dass man schreibt und für 29 Euro verkauft, ein paar Euro verdienen wenn man tief in Nischenmärkte hinein geht. Besonders weit kommt man damit aber nicht. Und für nur 30 Euro mit Pay-per-Klick Werbung einen neuen Kunden für ein Informationsprodukt zu bekommen, ist nicht besonders realistisch.

Immerhin muss der Kunde seine Kreditkarte zücken um einen Kauf zu tätigen.

Tut mir nicht leid, aber ich muss es mal loswerden.

  • Das Internet wird erwachsen.
  • Der Internet-Nutzer muss auch erwachsen werden.

Das Internet ist nur ein Medium, eine Plattform. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist keine magische Gelddruckmaschine, nur weil man mal beschließt ein Ebook zu schreiben und zu verkaufen.

Es braucht schon Produkte die mehrere Hundert Euro kosten, um überhaupt auf die eigenen Kosten zu kommen. Oder Abonnements, wo man nach ein paar Monaten die Werbekosten wieder einspielt und den Break Even Punkt erreicht.


Keine Frage, das Informationsmarketing ist ein gewaltiger Markt. Allerdings will das Informationsmarketing richtig angepackt werden. Übrigens – so verdient man richtig gut mit Infoprodukten: Mit Informationsprodukten viel Geld verdienen.

Hoffe es hilft.

Markus Trauernicht