Wenn Werbung aktuelle Geschehen aufgreift…

Restaurantwerbung mal anders.

Schwierig solche Werbung zu erstellen, der Schuss kann auch nach hinten los gehen. Gefährlich ist immer, wenn Werbung nur belustigt, und sonst kein weiteres Ziel hat. Hier handelt es sich um eine etablierte Marke, die mit dieser Art von Werbungen gewachsen ist. “Wir in Südafrika” ist dabei ein zentrales Thema.

Lynchmorde an Ausländern, vor allem aus anderen afrikanischen Ländern, sind in Südafrika ein riesiges Problem.  Wie “Nando’s” die Xenophobie so anspricht und kritisiert ist schon einzigartig.

Vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Werbung derzeit ständig auf Social Webseiten empfohlen wird. Obwohl sie aus 2012 stammt.

Markus Trauernicht

P.S. Wen es interessiert, hier ein weiterer Hintergrund: 

Schaut man sich aber das moralische Leitbild im südlichen Afrika an, stehen zwei Dinge im Vordergrund:

1. Den eigenen Stamm schützen. Wo dies der moralische Kompass ist, “rechtfertigt” es viele gewalttätige Handlungen.

2. Die eigenen Ahnen zufrieden stellen, da die sonst Unglück schicken. Beispiel: Erwischt ein Polizist seinen Neffen beim Einbrechen, dann hilft er dem noch schnell die Sachen beiseite zu schaffen, um die eigenen Ahnen zufrieden zu stellen und den eigenen Stamm zu schützen.

Diese zwei Leitmotive sind tief verankert. Ein Mord wird also moralisch vor sich selber gerechtfertigt, weil man damit auch die Ahnen zufrieden stellt, deren Rinder vor 200 Jahren vom anderen Stamm geklaut wurden. Leider findet Fremdenfeindlichkeit und der Hass auf andere Stämme in diesen 2 grundlegenden Paradigmen die Rechtfertigung. Und zugleich beschreiben diese zwei Gedanken im Kern das große Problem in Südafrika. Wer Afrika verstehen will, kann diese Fakten nicht als irrelevant abtun. Vergebung – das ist was Südafrika 1993 vor einem Bürgerkrieg bewahrt hat. Damals trafen sich zehntausende Christen in einem Sportstadium um für Frieden zu beten. Und genau das war es wohl, was einen Bürgerkrieg abgewendet hat. Das es nicht zu einem Bürgerkrieg gekommen ist, hat damals so ziemlich alle Südafrikaner erstaunt.

  • Vor diesem schwierigen Hintergrund, ist diese Werbung erst recht sehenswert. Die Kernbotschaft: Echte Südafrikaner lieben Vielfalt.

Markus Trauernicht