Wie kann man einen vielversprechenden Existenzgründer vernichten?

Man gibt ihm einen Computer, und lässt Ihn „Online Marketing“ googlen.

Es fühlt sich gut an sich zu informieren. Jeder behauptet etwas anderes. Man will der Sache auf den Grund gehen. Und es verstreichen Tage, Wochen und Monate…

Probleme ignorieren – es scheint ein wesentlicher Teil des Menschen zu sein. Die Konsequenzen werden einfach beiseite gedrängt. Natürlich ist es ein Selbstschutz einfach die Probleme zu verdrängen und zu leugnen.

Morgen kümmere ich mich um die Konsequenzen.

Jetzt informiere ich mich noch mehr über Internet Marketing und den neusten Trick viele Leads zu bekommen. Noch mehr Traffic zu generieren, SEO geschickter umzusetzen oder Social Marketing noch cleverer zu nutzen. Ob diese neuste Technik wirklich (im eigenen Markt) funktioniert, ist erst mal egal. Es fühlt sich gut an eine neue Lernkurve zu bewältigen. Ob genau diese Lernkurve überhaupt sinnvoll ist, ist zweitrangig. Man hat das Gefühl etwas Sinnvolles zu tun. Hauptsache alles sieht genau jetzt gut aus.

Probleme zu leugnen ist ein Selbstschutz. Man kann so auch besser durch Probleme hindurch kommen. Der Körper geht sogar so weit, dass ein Marathonläufer von leckeren Hormonen überschüttet wird, um den Schmerz ignorieren zu können.

  • Etwas zu leugnen gehört zum wesentlichen Selbstschutz des Menschen.

Wer allerdings zum Dauer-Zombie wird, weil er sich ständig einredet noch mehr Infos haben zu müssen, ständig die falschen Lernkurven (unbrauchbare Marketingtechniken) durchläuft, der hat das mit der Leugnung der Probleme nicht verstanden.

Unser Selbstschutz, einfach Probleme zu leugnen, ist eine Möglichkeit durch Probleme hindurch zu kommen. Wie ein Marathonläufer, dessen Hormone helfen die Schmerzen zu leugnen. Wer aber zum Informations-Zombie und Problem-Ignorierer wird, narkotisiert sich selber. Und hört irgendwo auf der Strecke auf zu laufen.

Probleme zu leugnen, soll helfen durch die Probleme hindurch zu kommen. Nicht sich dauerhaft zu narkotisieren.

Dieses „narkotisieren“  und  „Probleme leugnen“, nimmt leider auch sehr gemeine Formen an. So etwa wie: „Man muss nur eine Webseite bauen, oder einen Blog pflegen, ein Social Media Netzwerk aufbauen, oder einen Newsletter haben, und die Kunden werden schon kommen!“

Ja, das war 2005 oder 2009 noch teils so.

Als Unternehmer muss man sehr wach sein. Das bedeutet, dass man bereit sein muss die Schmerzen zu ertragen, anstatt diese wieder zu betäuben indem man einfach sehr beschäftigt ist.

Das ist nicht einfach. Die Masse betäubt sich. Sie betäubt sich auch gerne, weil man denkt, dass der Weg zum Erfolg eine gerade Linie von A nach B ist. Das entspricht aber nicht der Realität. Sackgassen gehören dazu. Man muss einfach bereit sein umzudrehen und einen neuen Weg zu finden. Frauen erkennen diese Sackgassen oft schneller als Männer. Männer beißen sich gerne an einem Problem fest, anstatt zu sehen, dass man nicht verliert, wenn man erkennt, dass eine Sackgasse eine Sackgasse ist.

Jeder von uns braucht eine  starke Portion Realismus. Man muss lernen und bereit sein mit einem Problem umzugehen. Das ist eine Entscheidung. Man entscheidet, ob man sich dauerhaft betäubt, indem man ständig neue sinnlose Internet-Marketing-Lernkurven beschreitet. Manch einer endet als Zyniker. Dagegen müssen Sie sich schützen.

  • Keine Frage – wer im Infomarketing ist, muss das Handwerkszeug kennen. Ein Unternehmer mit einem echten Unternehmen (mit einem Türgriff und nicht nur Computern) braucht nicht so viel an Techniken zu lernen wie ein Infomarketer. Aber auch er darf auf keinen Fall das Marketing aus der Hand geben.

Anstatt sich dauernd mit neuen Lernkurven zu betäuben, stellt sich die Frage was müssen Sie tun, um die logische Ansprechadresse in Ihrem Markt zu werden.

Das fängt damit an, dass man in der Lage ist zu vermitteln, dass man die beste Ansprechadresse ist. Also in der Lage ist, die Dinge so zu sagen, dass man auch als „go to guy“ erkannt wird.

Das ist eine Entscheidung, ob man das lernen will, oder ob man sich mit der neusten glitzernden Internet-Marketing-Methode betäubt.

Natürlich ist es nicht einfach bereit zu sein die Dinge zu sehen wie diese wirklich sind. Doch ohne eine vernünftige Portion Geschäfts-Realismus, wird man früher oder später erkennen, dass die Zombie-Entscheidungen das potentiell lukrative Geschäft ersticken.

Pervers ist, dass man den Zombie-Zustand dauerhaft erhalten kann. Es kostet Kraft, wenn man sich nicht auf die wesentlichen wichtigen Dinge im Marketing konzentriert.

Ähnlich wie bei einem Aktienkursverlust. Der schnelle Einbruch eines Aktienkurses tut längst nicht so weh, wie wenn man über einen langen Zeitraum sieht wie der Wert einer Aktie verfällt. Das lange Ausharren kostet Kraft. Daran zu glauben, dass man Aktien nur lange genug halten muss, kostet Kraft. Daran zu glauben, dass man nur dieses eine Marketing-Werkzeug kennen muss, um Erfolg zu haben – das kostet Kraft.

Zombie sein ist anstrengend.

Sie werden nicht zum Unternehmen dem man vertraut, indem Sie sich noch mehr auf die Werkzeuge und Tools des Internets konzentrieren. Erst die richtigen Inhalte machen diese Tools und Werkzeuge kraftvoll.

Das ist eine proaktive Entscheidung. Eine Entscheidung gegen unwesentliche Ablenkungen. Diese Entscheidung ist nicht nur eine Entscheidung, sie muss täglich vielfach getroffen werden.

  • Nicht die Ablenkungen sind das Problem, sondern wie man damit umgeht. Wenn man sich selber ständig unterbricht, aufgrund der Ablenkungen.

Wenn Sie lernen eine starke Verkaufsbotschaft zu entwickeln, dann verlieren viele dieser Ablenkungen ihre Kraft. Denn man erkennt die Kraftlosigkeit dieser schicken Internet-Marketing-Gadgets viel schneller. Man kann viel besser ausfiltern, was für einen selber und das eigene Geschäft sinnvoll ist und was nicht.

Wissen Sie warum Mais-Farmer Paviane (Affen) so hassen? Der Pavian ist so ein Internet-Marketing-Junkie. Er greift sich einen Maiskolben und ist völlig fasziniert davon. Doch dann sieht er den nächsten Maiskolben vor sich, nachdem er den ersten Maiskolben etwas angeknabbert hat. Sofort klemmt er den ersten Maiskolben unter seinen Arm, und greift zum nächsten Maiskolben. Und dann zum nächsten Maiskolben. Und erntet einen Maiskolben nach dem anderen ab. Der Schaden ist enorm. Dutzende Maiskolben werden so unbrauchbar. Und das Spiel wiederholt sich immer wieder. Hier und da knabbert er etwas. Die Auswahl – paradiesisch…

Zu viele Existenzgründer machen das gleiche Spiel. Die neuen Möglichkeiten sind so faszinierend.

Was nutzt das beste Internet-Marketing-Werkzeug, wenn die Botschaft nicht ankommt? Da kann der Markt noch so zahlungswillig sein – wenn die Botschaft nicht ankommt, dann gehen Sie leer aus. Konzentrieren Sie sich auf die Inhalte und die Verkaufsbotschaft. Denn nur wenn es aus Sicht des Kunden Sinn macht, das eigene Geld gegen Ihr Produkt einzutauschen, nur dann verdienen Sie.

Markus Trauernicht

P.S: Es gibt eine ganz einfache Regel: Fangen Sie jeden Tag mit der schwierigsten Aufgabe an. Damit sperren Sie die Betäubung schon gleich am Morgen in den Käfig.