35 sehr aktuelle AdWords-Tipps

  • Wichtige Änderungen der letzten Monate bei der AdWords Optimierung.
  • Und ein paar Dinge, rund um AdWords, die sich zu wissen lohnt.
  • Was Sie wissen sollten, wenn Sie mehr aus Ihren AdWords Aktivitäten herausholen wollen.
  • Wenn Sie diese, hier genannten Möglichkeiten nutzen, ist Ihr Account höchstwahrscheinlich schon besser eingerichtet als die Accounts von ¾ Ihrer Konkurrenten, oder besser.

Schon 2009 gab es rund 350 – 400 Änderungen pro Jahr am Algorithmus von Google AdWords.

  • Heute sind es 500 – 600 Änderungen pro Jahr. Besonders viele gab es 2014. Das heißt im Schnitt ist es mehr als einmal pro Tag, dass es eine Änderung gibt.Fazit: Was vor 6 Wochen oder 3 Monaten sehr gut funktioniert hat, kann heute unbeabsichtigte Konsequenzen mit sich bringen. Das Problem? Man baut was im AdWords Account ein, und kurz später ist es nicht mehr brauchbar.

Hier einfach mal ein paar Tipps, Reihenfolge unwichtig. Nicht alles superneu, aber doch sehr wichtig zur Optimierung.

1. Sehr gut ist, dass der Display Builder viel stabiler geworden ist. Nach dem Erstellen von 2 – 3 Anzeigen lohnt es, sich dort weg zu klicken und die Anzeigenerstellung wieder neu zu starten, da das System sonst sehr langsam wird.

2. Testen Sie Einstiegstexte auf Produktseiten in Shops die mit Keywords beworben werden. Ändern Sie nicht gleich den ganzen Shop, testen Sie einzelne Produktseiten. Eine Produktseite im Shop ist im Prinzip schon eine sehr optimierte Landingpage. Schauen Sie dazu in AdWords auf die Sprechblase neben einem Keyword, um rauszufinden was Google über Ihre Landingpage denkt, auf welche die entsprechende Anzeige hinter dem Keyword zeigt.

3. Keywords mit Qualitätsfaktor 4 fallen recht schnell nach unten hin weg. Und werden deutlich teuer um überhaupt geschalten zu werden. Google will ao verhindern ohne dass die Probleme beseitigt werden. Beseitigen Sie die Probleme, erst dann geht der Preis für eine Einblendung auf der ersten Seite runter. Machen Sie eigene Anzeigengruppen und Anzeigen für die Keywords, um das Problem in den Griff zu bekommen. Auch wenn dann nur 2 bis 4 Keywords dann in einer Anzeigengruppe sind.

4. Die Ladezeit der Webseite scheint wichtiger geworden zu sein als noch vor wenigen Monaten. Prüfen Sie was Sie machen können, um die Ladezeit zu verbessern. Die Angabe der Webseitengeschwindigkeit im Analytics kann hier hilfreich sein. Welche unnötigen Scripte werden im Hintergrund geladen? Sind diese unsauber programmiert? Bei einem alten Shopsystem evtl. schauen ob der Provider den Shop auf eine SSD Festplatte verschieben kann. Prüfen Sie ob Ihr Provider so etwas anbietet.

5. Viele Wege führen nach Rom. Es ist wichtig, möglichst viele Möglichkeiten in AdWords zu nutzen. Jemand der 5 Minuten auf der Webseite verbracht hat, ist schon ziemlich qualifiziert. Viel mehr als jemand der nur 15 Sekunden auf der Seite war. Also sollte man die Dinge tun, um diese 5-Minuten-Person wieder via Adwords zu erreichen. Nutzen Sie die Remarketing-Möglichkeiten von AdWords und Analytics um noch qualifizierter zu werben. Das setzt aber ein gewisses Grundvolumen an Traffic voraus.

6. Prüfen Sie die mobilen Klickpreise. Die Klickrate bei Handys ist oft sehr hoch. Leider sind viele der Apps so programmiert, dass draufgeklickt werden muss, um die Applikation zu nutzen. Google erlaubt dies zwar nicht, nur die Klickraten von 100% bei bestimmten Apps deuten schwer auf den Missbrauch von Apps hin. Leider können die Mobilen Kampagnen nicht mehr wie früher eingerichtet werden. Reduzieren Sie den Klickpreis der mobilen Ausrichtung um 100% – allerdings nur, wenn in Ihrem Markt mobile Käufe nicht stattfinden.

7. Schauen Sie sich in Analytics das Verhalten der Zielgruppe an. Es hilft, sinnvolle Zielgruppen und Ausgrenzungen für neue Display-Kampagnen rauszusuchen. Bitte das Feature nicht überbewerten. Testen Sie die Zielgruppen separat in eigenen Anzeigengruppen.

8. Vorsicht bei Keywordvorschlägen von Google die im Account angezeigt werden. Machen Sie eigene Anzeigengruppen, prüfen Sie Wort für Wort wo welches Keyword hinpasst, und ob es wirklich sinnvoll ist. Teils sind es gute Vorschläge, oft auch nicht. Nehmen Sie die Vorschläge nicht pauschal an. Sie haben den Account sonst ruckzuck voll von broad-match Keywords. Und haben wie in einem großen Schleppnetz in der Fischerei gleich alles an Traffic drin. Anstatt nur die Fische die sie wirklich wollen.

9. Die wenigsten Unternehmen nutzen Remarketing. Richten Sie die Listen ein, auch solche die Sie nicht brauchen. Es hilft, bei der Übersicht darüber, was wie oft aufgerufen wird, und ist auf den ersten Blick übersichtlicher als Analytics. Vor allem weil hier die Listennamen Aufschluss geben, und nicht einzelne Links wie in Analytics, wo man erst teils noch prüfen muss was hinter einen Link steht. Z.B. wenn die Linkstruktur nicht Aufschluss über den Inhalt eines Links gibt. Man spart sich mit einer Listenübersicht ein aufwendiges Hin- und-Hergeklicke in Analytics.

  • z.B. Linkansicht in Analytics: Meinewebseite.de/prod_546446_cat78  – sagt nichts aus. Auch nicht die Trafficzugriffszahlen.
  • Übersicht Remarketinglisten: „GPS-Lastwagen-Logistik“ oder „GPS-Tracking-Module-A“ ist übersichtlicher als die Linkanzeige in Analytics. Dahinter steht dann die Größe der Remarketingliste.

10. Dynamic Keyword Insertion: Das war mal eine relativ heiße Sache. Und zwar für jene die zu faul waren sich Zeit zu nehmen, bessere Anzeigentexte zu schreiben. Automatisch wurde dann das Keyword im Anzeigentext fett hervorgehoben. Mit dem Resultat, dass die Klickrate schnell mal 10% höher war. Hatte aber auch den Nebeneffekt, dass alle Werbungen auf der Suchergebnisseite ziemlich ähnlich ausgesehen haben. Seit Dezember wird hier nichts mehr fett hervorgehoben. Der Klickbooster ist somit auch nicht mehr da. Mein Tipp: Nutzen sie diese Feature nicht, nehmen Sie sich mehr Zeit um Anzeigen zu schreiben. Geben Sie mal irgendeinen Suchbegriff bei Google ein, und mit ziemlicher Sicherheit haben Sie an Stelle 5 – 6 schlecht geschriebene Werbungen mit dem Keyword drin. Meist machen diese inhaltlich keinen Sinn. Amazon und Ebay können sich dies scheinbar leisten, sie sollten es nicht tun.

11. Dynamic Search Ads sind besser geworden. Hier ist möglicherweise eine Verbesserung der Klickrate zu sehen. Testen Sie. Setzt allerdings voraus, dass viel relevanter Text auf der Landingpage vorhanden ist. Testen Sie, welche Anzeigentexte gut ziehen, bevor Sie diese Anzeigenform einrichten.

12. Haben Sie ein hochwertiges mobiles Traffic Volumen, dann können Sie die Anzeigen für die mobile Ausrichtung verbessern. Hier wird dann anstatt der Überschrift die Telefonnummer eingeblendet. Klickt jemand drauf, dann wird er gleich mit Ihrer Kundenhotline verbunden. Dies ist sinnvoll für ältere Webseiten, die nicht für mobil so tauglich sind (non-responsive). Aber vor allem für Dienstleistungen. Für Shopsysteme nicht wirklich sinnvoll.

13. Beim Einrichten der Kampagnen gibt es die Option „Suchpartner einzuschließen“. Die Qualität der Suchpartner variiert. Testen ist sinnvoll. Wenn Kampagnen eingerichtet werden, ist es sinnvoll möglichst eng auszurichten, also diese Funktion nicht zu nutzen. Später ist es evtl. sinnvoller dann passende Placements auszusuchen, anstatt die Suchpartner zu nutzen.

14. Halten Sie Ihren Merchant-Feed sauber. Eine Sperrung des der AdWords-Werbungen, die den Merchant-Feed nutzen, ist eine sehr undankbare Sache, und dauert. Nutzen Sie AdWords-Anzeigen, die auf den Feed zugreifen nur, wenn der Feed sauber und in Ordnung ist.

15. Bei Einrichtung eines neuen Accounts kommen Sie NICHT daran vorbei, mehrmals täglich in den Account zu schauen. Das war mal anders.

16. Suchkampagnen mit Display-Select: Schauen Sie im Dimensions-Tab woher dieser Traffic im Displaynetzwerk kommt. Oft werden sie dann etwas staunen welche Schrottseiten den Traffic liefern. Viel sinnvoller ist es separate Displaykampagnen und Suchkampagnen zu nutzen. Die Standardeinstellung von Google zur Kampagneneinrichtung sollte nie genutzt werden. Die Displaykampagnen haben da noch zumindest die Möglichkeit gewissen Seiten (z.B. Gewalt, Glücksspiele) auszuschließen, ohne mühsam schlechte Placements von Hand rauszusuchen.

17. Broad match = weitgehend passend: Nicht nutzen. Es drückt den Qualitätsfaktor nach unten, und somit die Kosten nach oben. Nur in ganz wenigen Fällen, wo kaum Konkurrenz ist, und man mehr Traffic braucht, kann diese Option genutzt werden. Meist geht es dann nur um 1 – 5 Keywords im ganzen Account. Sehr im genau im Auge halten!

18. Phrasen = Gänsefüßchen-Keywords: Achten Sie gewissenhaft auf tatsächlich genutzte Suchanfragen. Nutzen Sie intensiv negative Keywords. Problem: Die Eingrenzung über negative Keywords reicht meist bei Weitem nicht aus, wenn Sie Keyword-Phrasen nutzen!! Und die hinzugefügten negativen Keywords sollten oft auch in anderen Kampagnen genutzt werden. Keywordlisten, mit Zuordnung zu einzelnen Kampagnen, sind hier sinnvoll.

19. Broad match (weitgehend passend) und Keyword-Phrasen sind der Hauptgrund dafür, warum Unternehmen nach 3 Monaten behaupten, dass AdWords nicht funktioniert.

20. Exact match = genau passend: Funktioniert inzwischen anders. Man braucht die Reihenfolge der Worte nicht mehr zu beachten, bzw. {Keyword 1; Keyword 2} = {Keyword 2; Keyword 1}. Die negativen Keywords müssen jetzt allerdings auch beachtet werden. Extact match ist wie eine Angelrute mit einem Köder für einen ganz bestimmten Fisch. Broad Match ist wie ein fein gewobenes Schleppnetz welches Kilometerlang hinter einem Fischerschiff her gezogen wird, wo alles drin hängen bleibt. Auch dass, was Sie nicht wollen. Hier zahlen dann nicht die versehentlich gefangenen Delphine und Schildkröten mit dem Leben, sondern Sie mit Ihrem Werbebudget.

21. Tausende Keywords & Variationen mit Excel Tabellen zu erstellen, wie früher, ist heute kontraproduktiv. Dann wird praktisch nicht davon geschaltet. Kann meiner Ansicht nach auch nicht gut sein für die Qualität des Accounts, wenn erst mal Tausende Keywords reingeladen werden, und dann nur ein Bruchteil geschaltet wird.

22. Nutzen Sie negative Keywords, vor allem in Listen, die nicht nur der entsprechenden Kampagne / Anzeigengruppe zugeordnet ist. Vorsicht bei Display Kampagnen, negative Keywords kommen hier nicht gut an, nutzen Sie hier die Ausrichtungsoptionen und Ausschlussoptionen.

23. Nutzen Sie mehr negative Listen, als nur negative Keywords den einzelnen Anzeigengruppen zuzuordnen. Beides ist wichtig, nur ist es der faulere Weg, der nach Aktivität aussieht, wenn man den Anzeigengruppen einfach aus den tatsächlich genutzten Keywords die negativen Keywords hinzufügt.

24. Schauen Sie von welchen Placements im Displaynetzwerk der Traffic kommt. Richten Sie eigene Kampagnen für gute Placements ein. Sperren Sie schlechte Placements, am besten über Liste und nicht nur auf Kampagnenebene.

25. Wenn Sie nicht aktiv im Account arbeiten, dann „schläft der Traffic ein“. Zudem rutschen Werbungen nach unten, und die Vorteile von Sitelinks kommen nicht zu tragen. Und Sie zahlen mit der Zeit mehr. Wir sind schon länger an dem Punkt angelangt, wo selbst der faule AdWords-Nutzer nicht mehr nur wöchentlich in den Account schauen kann. Es ist einfach ein gewisser Aufwand pro Monat notwendig.

26. Klickraten von 2% und höher in der Google-Suche sind notwendig, so dass sich dies positiv auf den Qualitätsfaktor auswirkt. Allerdings braucht es zeitgleich einige Tausend Impressionen (nicht Klicks), so dass der Wert von 2% auch für Google statistisch relevant ist.

27. Nutzen Sie eher mehr Kampagnen und Anzeigengruppen als weniger.

28. Halten Sie sich an die Google Regeln.

29. Richten Sie Kampagnen und Anzeigengruppen möglichst eng aus. Das reduziert Kosten (weniger ungeeigneter Traffic), erhöht die Klickrate, und erhöht damit den Qualitätsfaktor (senkt Kosten).

30. Nehmen Sie sich Zeit gute und vielversprechende Keywords in eigene Anzeigengruppen zu verfrachten. Auch für schlechte Qualitätsfaktoren lohnt sich dies, die Klickrate ist hier der wichtige Indikator. Denn auch Klickraten von 8 – 10% und Qualitätsfaktor 4 gehen oft Hand in Hand. Schreiben Sie dazu neue Anzeigentexte. Prüfen Sie die Landingpage. Wenige machen das. Hier ist Potential in praktisch jedem Account.

31. Arbeiten Sie an den Landingpages. Welcher Text muss rein, um das Zusammenspiel zwischen Keyword-Anzeige-Landingpage zu verbessern?

32. Verfrachten Sie starke Keywords in eigene Anzeigengruppen. Teils auch in eigene Kampagnen, um noch individuellere Sitelinks einzusetzen. Das setzt natürlich voraus, dass sie gute Inhalte auf der Webseite haben, die für Sitelinks taugen.

33. Remarketinglisten haben teils die Arbeit der Emailliste übernommen. Lange bevor jemand eine Email angibt, sollte der mit Ihrem Remarketing in Berührung kommen. Könnte sein, dass sich hier der Begriff „Cost per Pixel“ etabliert – also jemanden einer Remarketingliste hinzuzufügen.

34. Nutzen Sie Offline Werbung. Sobald der auf Ihrer Seite ist, wird er gecookied und landet auf einer Remarketingliste. Die Möglichkeit sollte man nutzen. Vor allem kann die Konkurrenz das Zusammenspiel zwischen Offline Marketing und Online Marketing unmöglich kopieren.

35. Nutzen Sie Sitelinks. Vor allem für Brandingkampagnen. Sie drücken so die Suchergebnisse Ihrer Konkurrenz am Bildschirm runter. Wäre blöd wenn die Konkurrenz dies für Sie tut.

36. Achten Sie auf Keywords, die zwar Klicks bekommen, aber keine Conversions. Analysieren Sie wo das Problem ist. Ist es die unpassende Psychologie hinter dem Keyword? Sprechen die Anzeigen die falschen Personen an?

Wäre noch viel zu erwähnen, denke das reicht erst mal.

Markus Trauernicht

P.S: Wenn Sie mit dem was ich hier geschrieben habe NICHT wirklich was anfangen können, dann sollten Sie Ihren Account nicht selber managen. Dafür bin ich dann da. Ansonsten – nutzen Sie diese Infos hier.