Sollten Sie mit Google AdWords schon jetzt zu „erweiterten Kampagnen“ / „enhanced campaigns“ wechseln?

Wenn Google was ändert, dann muss man mit der Zeit mitgehen. Hier habe ich allerdings die Hoffnung, dass diese Änderungen nicht dauerhaft sind. Und Google sich das nochmals überlegt. Ich vermute, dass dies geschehen wird. Bzw. noch nachgebessert wird.

  • Google bringt oft Änderungen ein, die für die Masse sehr gut sind, aber für jene die genauer testen nicht so erfreulich sind. Das es dann auch (von Google) ungewollte und unbeabsichtigte Konsequenzen gibt (für jene die intensiv testen) , liegt in der Natur der Dinge. Eine große Herausforderung von Google liegt darin, das komplexe AdWords-System möglichst einfach zu gestalten.

Im Kern: AdWords Computer Werbungen werden mit Mobile & Tablet Werbungen zusammengefasst. Man kann diese also nicht mehr trennen, und auch nicht die Gebote auf Keyword-Level für Mobiltelefone anpassen. Was man kann, ist, dass man für Werbungen auf Mobiltelefonen einen geringeren Prozentsatz für die Kosten angibt. Das hört sich auf den ersten Blick nicht schlecht an, allerdings ist die Korrellation nicht wirklich sinnvoll. Denn wenn ein Keyword bei einem Gerät (z.B. Desktop Computer) funktioniert, heißt dies noch lange nicht, dass es bei einem anderen Gerät (Tablet) dem gleich kommt.

Zum Beispiel:

  • CPC auf Desktop: 5 EUR
  • CPC für das gleiche Keyword auf Mobiltelefonen: 3 EUR
  • Conversion dafür auf Desktop: 42 EUR
  • Auf Mobiltelefonen: 59 EUR

Da ist es natürlich nachteilig, wenn man bei „erweiterten Kampagenen“ hier nicht separat testen und verfeinern kann. Und die Gebote für Keywords für Mobiltelefone nicht seperat anpassen kann.

Das Gleiche trifft auch für Desktops und Tablets. Diese werden zukünftig nicht mehr getrennt sein. Dass die Conversionraten auf Desktops und Tablets nicht gleich sind, ist kein Geheimnis. Man kann also nicht mehr Keywords, die bei Tablets nicht gut funktionieren entfernen, aber Desktops aber gut funktionieren.

Wenn Sie also in der Vergangenheit Mobile, Tablets und Desktops getrennt haben, dann warten Sie so lange wie möglich bis Sie umschalten. Schauen Sie sich die Performance an. Wenn diese drastisch verschieden sind, dann sollten Sie so lange wie möglich warten.

  • Es ist nicht möglich, die Einstellungen nach dem Wechsel zu “erweiterten Kampagnen” im AdWords Account zurück zu stellen.

Erweiterte Kampagnen im Display-Netzwerk:

Schauen Sie sich auch die Performance Ihrer Werbungen auf Tablets und Mobiltelefonen im Display Netzwerk an. Diese ist in der Regel nicht so toll. Natürlich ist jeder Markt anders. Hier kann man auch die Gebotspreise für z.B. Mobiltelefone nach unten anpassen. Und zwar als einen Prozentsatz des Klicks für Desktops. Ganz ausschalten kann man diese leider nicht.

Falls Sie in der Vergangenheit Desktops, Mobiltelefone und Tablets nicht getrennt haben, dann machen Sie mal folgendes.

  • Gehen Sie auf den Tab Kampagnen > Segment > Geräte

Hier ein Beispiel einer Kampagne, bei der Desktops (Computer), Mobiltelefone und Tablets getrennt wurden. (Trenne ich immer)

Es geht dabei jeweils um die Klickrate.

Segmentierung Geräte

Hier hatte ein Kunde von mir die Geräte nicht getrennt:

Segmentierung Tablets Mobiltelefone AdWords

Die Klickraten sind schon dramatisch verschieden. Die Korrelation kann je nach Markt genau anders rum sein. Da ist natürlich dann ärgerlich, wenn man Mobiltelefone nicht ganz raus streichen kann, um das Budget anderweitig und sinnvoller im AdWords Account zu nutzen.

  • Vergleichen Sie die Klickrate bei sich, und die Conversiondaten. Die sind natürlich sehr wichtig. Vergleichen Sie vor allem Tablets und Desktop-Daten.

Das sollte Ihnen bei der Entscheidung helfen, ob Sie schon jetzt wechseln sollen oder nicht. Schauen Sie vor allem auf die Unterschiede zwischen Tablets und Desktop. Wenn diese hoch sind, dann warten Sie bis Sie zu „erweiterten Kampagnen“ wechseln, und sprechen Sie mit Ihrem Google Ansprechpartner.

Falls Sie schon umgeschaltet haben, bietet sich folgende Lösung an:

1. Sie duplizieren eine Kampagne. Im einen Fall, wo Sie primär Mobiltelefone bewerben wollen, senken Sie die Gebote für Computer so weit wie möglich, und erhöhen den prozentualen Gebotssatz für Mobiltelefone. Denken Sie allerdings dran, die mobilen Keyword-Gebote auf Kampagnenebene auch anzupassen, um nicht plötzlich viel mehr zu bieten. Bzw. die Gebotspreise nach dem Umschalten auf gleichem Niveau zu halten.

2. In der anderen identischen Kampagne senken Sie die Gebote für Mobiltelefone um 90%. Denn dann wird das Google System die Anzeige mit dem höheren Anzeigenrang auslösen, da die zwei Kampagnen jetzt ja konkurrieren. Nutzen Sie Labels und eindeutige Kampagnennamen, um auch eindeutig zu sehen, an welcher Kampagne Sie gerade arbeiten. Tja, eine unglückliche Lösung, aber trotzdem interessant und sinnvoll für jene die testen und optimieren.

Markus Trauernicht