9 Beispiele: Wenn die Webseite nahezu untauglich für AdWords ist…

Hier 9 Beispiele von Webseiten die mit Google AdWords fast nicht zu bewerben sind.

Zum Beispiel:

1. Sie bauen Wohnhäuser, und haben mehrere Häuser aus verschiedenen Wohngegenden auf einer Seite. Anstatt diese auf mehrere Seiten zu verteilen. Das macht das normale Remarketing unmöglich, da jemand dann im Remarketing dann auch Häuser sieht, welche nicht unbedingt in seiner Gegend zu kaufen sind. Die einzigen Werbungen die hier halbwegs sinnvoll sind, sind Werbungen auf die allgemeine Hauptseite. Nur dann überlässt man es dem Webseitenbesucher sich bis zum richtigen Haus durchzuklicken. Nicht sinnvoll, da man mit jedem Klick dann Besucher verliert. Viel besser für jedes Haus, bzw. für jede Baustelle eine eigene Landingpage zu haben, anstatt die vielen verschiedenen Häuser auf einer Seite darzustellen. Verlinken Sie von der Sammelseite auf die einzelnen Hausseiten.

2. Oft bei Designerklamotten zu sehen: Eine Kollektion auf einer Seite, wo dann mehrere Kleiderteile mit Warenkorb auf einer Seite zu sehen sind. Z.B. Kleid, Bluse, Schal mit jeweils einem eigenen Warenkorb / Kaufauswahl, aber auf einer Seite. Das Dynamische Remarketing wird somit unmöglich, weil es nicht möglich ist, “ecomm_prodid“, “ecomm_pvalue“, “ecomm_pname“ und “ecomm_totalvalue“ korrekt auslesen zu lassen. Auch sind diese Produkte aus dem gleichen Grund nicht mit Shoppingkampagnen zu bewerben.

3. Sie verkaufen einen Sessel, der mit 3 verschiedenen Bezügen (z.B. Leder und 2 verschiedene Stoffsorten) auf einer Seite angeboten wird. Jedoch mit drei verschiedenen Preisen.

Dynamisches Remarketing wird auch hier nicht möglich sein. Erstellen Sie drei verschiedene Seiten mit jeweils dem eigenen Sesselbezug. Dann können die einzelnen Seiten via Dynamischen Remarketing & Shoppingkampangen beworben werden. Eine vorgeschaltete Seite kann dann die 3 Varianten beinhalten, mit jeweils einem Link zu der Produktseite. Die vorgeschaltete Seite wird dann als „ecomm_pagetype: category“ gekennzeichnet. Und die Produktseiten werden als als „ecomm_pagetype: product“ gekennzeichnet.

4. Schlechte Programmierung der Seite: Stellen Sie z.B. fest, indem Sie in der Suche rechts oben im Chromebrowser z.B. „Impressum“ eingeben. Wird dann kein Ergebnis gezeigt (z.B. wegen zu viel Flash-Programmierung), obwohl ein Impressum vorhanden ist, dann besteht das Problem, dass Google dieses möglicherweise auch nicht sieht. Das kann sich auf den Qualitätsfaktor Ihres Accounts auswirken. Aber genauso auf den Qualitätsfaktor der Landingpage auf der Keywordebene. So werden Klicks schnell unnötig teuer. Schlechte Programmierung ist meist sehr schick, aber nicht tauglich zur Vermarktung.

5. Oft in hoch technischem Bereich zu sehen: Kurze knappe Webseite mit Inhalten die so gerade das Allernötigste beinhalten. Also so wenige Seiten, dass man nicht mal richtig Sitelinks in AdWords einrichten kann. Wer dies macht, verschenkt die besseren Klickraten, die für Sitelinks typisch sind. Zudem ist es hier fast nicht möglich auf Keywordebene gute Qualitätsfaktoren zu bekommen, weil Keyword-Anzeige-Landingpage dann zu schnell zu schlecht aufeinander abgestimmt ist. Diese Art von Seite gibt es oft, wo jemand in einem spezialisierten Bereich sich selbständig macht, genügend Aufträge hat, oder sich offline ein Vertriebsnetzwerk aufgebaut hat. Der Cousin oder irgendein Student hat dann die Webseite aufgebaut, die seit längerer Zeit nicht bearbeitet wurde. Typische Produkte sind spezialisierte Schalter, Pumpen, Messwerkzeuge, Regler oder spezialisierte Dienstleistungen, z.B. Installation von industriellen Robotern.

7. Produkte mit vielen Varianten. Zum Beispiel im Bereich Rollläden und Jalousien, wo man über mehrere Seiten hinweg sich die eigene Jalousie in richtiger Farbe, Länge, Breite und Material zusammenstellt.

Ein Preis ist via Dynamic Remarketing nicht auslesbar. Und klassisches Remarketing (im Gegensatz zum Dynamischen Remarketing) ist auch fast nicht möglich, da man in 30 Tagen oft keine spezifische Remarketing-Liste zusammen bekommt, die mindestens 100 Teilnehmer drauf hat. Man muss technisch bedingt also auf ein Remarketing & Dynamisches Remarketing verzichten. Shoppingkampagnen sind auch nicht möglich, weil die Werte sich via data_layer nicht auslesen lassen.

Die Lösung: Einen Shop mit einzelnen Produktseiten einrichten, anstatt eine komplexe Variantenkonfiguration zu nutzen. Erst dann werden Dynamisches Remarketing und Produktanzeigen bzw. Shoppingkampagnen möglich. Diese Shops, wo viel konfiguriert werden kann, sind nur über ganz allgemein gehaltene Textanzeigen, Videos und Displayanzeigen zu bewerben. Und das ist psychologisch bedingt nicht gut, da zu allgemeine Infos diejenigen kaum ansprechen, die kurz vor einer Kaufentscheidung sind. Bzw. willig sind Geld auszugeben. Vor allem ist es wenig sinnvoll jemanden via Werbung auf eine Hauptseite zu leiten, wo er doch direkt auf eine Produktkategorie oder Produktseite geleitet werden könnte.

8. Seiten mit vielen PDF-Produktdatenblättern: Zum Beispiel im Bereich Baumaterialien oder Metalle die zum Verkauf angeboten werden. Also eine Seite für Polyesterharze, und dann viele PDF-Dateien mit den einzelnen Produktinfos. Es ist zwar nichts gegen PDF-Dateien zu sagen, nur dürfen diese mit AdWords nicht direkt beworben werden. Lieber die gleiche Info auf einer normalen php oder html Seite, und dann auch als PDF als Download. Wobei die PDF dann als no-follow link hinterlegt wird, um double content zu vermeiden. Besser noch, gleich einen Shop mit Produktseiten einrichten, die vernünftig beworben werden können.

9. Sehr schwierig: Webseiten die sich aufgrund der „gehobenen“ Sprachwahl nicht gut lesen lassen. Typisch sind hier Seiten im Bereich Software, CRM und Prozessoptimierung. Diese sind in der Regel schlecht zu lesen und kaum zu verstehen. Da stellt sich gleich die Frage: „Was machen oder verkaufen die überhaupt?“

Ist dann im Menü kein Link mit „Produkten“ oder „Leistungen“ zu sehen, dann verliert man den Leser praktisch sofort. Gerne wird hier komplexe Marketingsprache genutzt, bei der man viel sagt, sich wichtig anhört, aber die Botschaft kommt nicht an. Hier fallen viele wichtig klingende Begriffe wie „Enterprise, collaborative, cloud, customer relationship, next best action, serviceansatz, kundeninteraktionen“ – oft einfach nur Begriffe die sich wichtig anhören und wenig aussagen. Oder hinter denen sich theoretische Modelle verstecken, die in der Praxis mit viel weniger wichtig klingenden Worten auf den Punkt gebracht werden könnten.

Hier könnte oft viel gewonnen werden, wenn man nur bereit wäre, in ganz einfache Worte zu fassen, was die eigene Software wirklich kann. AdWords kann nur die Interessenten auf die Webseite leiten. Die Conversion selber muss schon auf der Seite stattfinden. Eine „gehobene“ Sprachwahl steht hier oft im Weg.

Mit schwierigen Texten verliert man Leser und damit Kunden, wenn der Nutzen nicht offensichtlich ist. Ähnlich wie bei Fernsehwerbungen, wo man bis zu Ende nicht weiß, ob jetzt ein Auto, ein Modellabel oder Parfüm beworben wird.

Markus Trauernicht