Make Money oder wird Wohlstand nur umverteilt?

Nach diesem Blogpost: „Wie eine 29% Preiserhöhung den 8-fachen Gewinn einbringt“, erreichte mich eine nette Email, mit dem Hinweis darauf, dass es doch nicht so einfach ist.

War der Gewinn über die geschicktere
Preisgestaltung nur Augenwischerei?

Wenn der Kunde vorher ein Produkt gekauft hat an dem man 7 Euro verdient hat, und jetzt etwas kauft an dem man nur 5 Euro Gewinn hat, dann hat man 2 Euro Verlust gemacht. Oder wenn einfach ein anderes Produkt nicht mehr gekauft wird, dann weil er zwischen A und B ausgewählt hat und nicht beide gekauft hat.

Diese Überlegung ist richtig – allerdings nur unter der falschen Voraussetzung, dass Geld umverteilt wird, und nicht geschaffen wird. Dass der Markt, und damit der Kunde, immer nur bereit ist eine bestimmte Summe Geld für etwas auszugeben. Und das Marketing nichts ist, als anderen die Butter vom Brot zu klauen.

Ein Bedürfnis wird durch einen
Kauf nicht gestillt, sondern verstärkt!

Eines ganz klar: Nur weil die Politik gerne suggeriert, dass Wohlstand umverteilt werden muss, bedeutet dies noch lange nicht, dass Wohlstand ein endliches Gut ist. Der Staat kann nur umverteilen, aber nicht Wohlstand schaffen. Dieses Denkmuster gehört aber nicht ins eigene Geschäft, weil es nichts mit der Geschäftsrealität zu tun hat.

Es heißt ja nicht umsonst „make money“.

  • Nicht drucken und dann bei sich selber leihen wie es viele Staaten derzeit machen, ohne das eine Wertschöpfung dahinter steht. Und auch nicht über irgendwelche faulen Finanzderivate. Diese Rechnungen sind ja noch nicht beglichen.
  • Sondern echtes Geld wird geschaffen indem eine wirtschaftliche Leistung erbracht wird.

Ist halt alles eine Frage des Marktes bzw. der Käuferschicht in der Sie als Vermarkter tätig sind. Manch einer kauft nur ein Haus im Leben, für andere ist es völlig normal mehrere Häuser zu kaufen. Wenn Sie in einem Markt tätig sind in dem es keine nachgelagerten Produkte gibt, dann ist es halt bedeutend schwieriger.

  • Wenn es nicht möglich wäre, den Kunden dazu zu bewegen mehr auszugeben als er ursprünglich wollte, dann wäre es auch nicht möglich, dass ein sehr guter Kellner den Scheck verdoppelt indem er Ihnen ständig den Mund wässrig macht.  OK, diese Verkaufskunst ist bei Kellnern in Deutschland sehr selten zu sehen, doch im englischsprachigen Raum ist es nicht unüblich. Dort lebt als Kellner man vom Trinkgeld. Man lernt also zu verkaufen, weil sonst das Einkommen nicht stimmt.
  • Durch die Schaffung des PC wurde Wohlstand aus dem Nichts geschaffen. Hier wurde nichts umverteilt. Ein Umverteilungsdenken ist völlig fehl am Platz. Klar, die Schreibmaschine hat ihren Platz verloren, doch von einer 1:1 Umverteilung zugunsten des PC kann hier nicht gesprochen werden.

Verkaufstrichter via Autoresponder, sind die praktische Antwort darauf, mehr zu verkaufen, anstatt davon auszugehen dass der Kunde jetzt nicht noch mehr kauft.

„Marktanteil“ ist gewissermaßen ein limitiertes und altes Verständnis darüber was Marketing ist. Was man selber macht, hat heute weitgehend wenig bis gar nichts mit dem zu tun was andere in einem Markt machen. Es geht vielmehr darum gezielt an geeignete potentielle Kunden heran zu treten. Das hängt von der eigenen Initiative ab.

Denken Sie dran:

Ein Bedürfnis wird durch einen
Kauf nicht gestillt, sondern verstärkt!

Lassen Sie dieses Prinzip für sich arbeiten.

  • Es geht im Marketing und Vertrieb nicht um eine Nullsummen-Rechnung.
  • Es gehört in der Vermarktung dazu, das zu sehen was noch nicht vorhanden ist. Wenn ein höherer Preis Ihr Produkt in einem bestimmten Preisumfeld attraktiver macht, dann gehört das auch dazu.

Markus Trauernicht

P.S. Wie austauschbar sind Finanztexter eigentlich?