Branding oder Cash-Flow Strategie für Startups?


Welcher Weg führt zum Ziel: Cash-Flow oder Branding?

Kurz zur Erklärung: Branding / Markenschaffung heißt im Prinzip, wenn man versucht der Welt den eigenen Namen so zu sagen, dass der Markt sich diesen einprägt. Man hofft dass daraus dann Kunden entstehen.

Als Unternehmer wissen Sie, dass Sie beim Branding einen guten Job gemacht haben, wenn Ihr Name oft über Google gesucht wird. Das können Sie beispielsweise über Google Analytics heraus finden.

Wenn also 30% aller meiner Suchanfragen „Markus Trauernicht“ oder ähnlich lauten würden, dann weiß ich dass ich einen guten Job im Branding gemacht habe. Oder wenn über Google Analytics erkennbar ist, dass sehr viele Leute direkt auf die Seite zugreifen. Denn das bedeutet wiederkehrende Besucher, also Leute die wieder mehr von genau der Webseite erfahren wollen.

  • Michael Jackson, Paris Hilton und Donald Trump sind Beispiele für ein erfolgreiches Branding.

Das Problem für Startups ist, dass diese schnell einen Cash-Flow generieren müssen, und besseres zu tun haben als den eigenen Namen in die Welt zu posaunen.

Denken Sie mal zurück an die Blase im Jahr 2000, wo unzählige Startups Unsummen an Geld hinterher geschmissen bekommen haben. Viele Investoren glaubten damals, dass diese Jungunternehmen die Zukunft überhaupt sind. Viele diese Startups haben sich um ein massives Branding gekümmert. Alle Welt sollte den Namen des Unternehmens kennen lernen. Anstatt das viele dieser Startup-Unternehmen sich um das gekümmert haben was wirklich wichtig ist: Einen Cash-Flow zu generieren.

Vielleicht kann man es mal mit der Suchmaschinenoptimierung vergleichen.

Da gibt es etwas wie einen „Long Tail“. Der Begriff kommt von Chris Anderson, der mehrere Bücher darüber geschrieben hat. Der Kerngedanke bedeutet – im Bezug auf die Suchmaschinenoptimierung – dass es noch ganz viele Keywords in einem Markt gibt, die sich auf viele Marktnischen verteilen.

Beispiel: Wenn „Modellflugzeug“ ein Hauptbegriff ist, dann sind „Impeller Jet“, „Torquerolle“ und „Hotliner“ Begriffe die im Long Tail zu finden sind. Also ganz spezifische Keywords die unter den Hauptbegriff „Modellflugzeug“ fallen.

Wenn ein junges Unternehmen jetzt versucht Inhalte für Webseiten im Internet zu erzeugen, dann ist es wenig sinnvoll sich auf den Long Tail zu konzentrieren. Einfach weil der so vielfältig ist. Wichtig ist es sich auf Hauptkeywords zu konzentrieren. Der Long Tail kommt dann schon von alleine auf die Webseite zu. Sich gleich auf den Long Tail zu konzentrieren, während man die Hauptkeyworte vernachlässigt, wäre wie wenn man einen Berg Sand mit dem Sandkastenschaufel anstatt mit dem Bagger anpackt.

Die Parallele:

  • Bei der Suchmaschinenoptimierung geht es darum sich erst mal auf Hauptkeywords zu konzentrieren, und dann relevanten Content zu erstellen. Der Long Tail findet das die Webseite dann von sich aus.
  • Und genau so ist es wenn ein Startup-Unternehmen sich auf das Branding konzentriert. Wichtig ist es erst mal dass Geld rein kommt, und nicht dass die Welt sich vielleicht den Namen des Unternehmens einprägt. Denn das bedeutet Nachhaltigkeit. Mehr verkaufen ist das Ziel.

Die Konzentration auf das Wesentlich ist wichtig.

Priorität eines Startups = Cash-Flow generieren, und nicht Geld für Branding auszugeben.

  • Branding muss viel mehr ein gesunder Nebeneffekt sein, mehr wie ein Abfallprodukt.
  • Wenn man dann einen guten Job macht, dann findet das Branding nach und nach von alleine statt. Weil zufriedene Kunden weiter empfehlen, und unzufriedene Kunden es wohl noch mehr erzählen.
  • Das Unternehmensimage wird sowieso aufgebaut. Und wahrscheinlich sieht es ganz anders aus als wie man es selber wahr nimmt.

Dann habe ich noch eine ganz interessante Frage:

Wie viele Unternehmen kennen Sie, die in den letzen 5 Jahren durch Branding richtig groß geworden sind. Ganz oft wird man feststellen, dass ein gezieltes Direktmarketing dahinter gestanden hat. Ich bekomme jedenfalls keine 5 Unternehmen zusammen, die von Null weg durch das Branding groß geworden sind. Ganz oft kommt das aktive Branding erst, wenn das Unternehmen gut läuft.

Man darf nicht vergessen, dass das was allgemein an Literatur über das Branding / die Markenschaffung vorhanden ist, viel mehr für Unternehmen gilt, die mindestens 100 – 500 Millionen Euro an Umsatz generieren.

Und dann habe ich noch eine andere Frage:Wenn Sie auch keine 5 Unternehmen zusammen bekommen, die über das Branding richtig stark gewachsen sind – ist es etwa eine solide Basis wenn man eine Ausnahme zur Geschäftsbasis macht?

Noch eine Frage: Warum machen so viele Marketingagenturen ein Direktmarketing um neue Kunden zu bekommen, aber empfehlen den Kunden der Agentur das Branding?

Also, Startup-Unternehmen bitte auf das Geschäft, Umsätze und Gewinne konzentrieren, und nicht auf das Image. Die Welt mag keine Blender.

Hoffe es hilft.

Markus Trauernicht