Woher kommen die Erfolgsgeschichten im Internet, wo in kurzer Zeit viel Geld mit wenig Aufwand verdient werden konnte?

Was unterscheidet erfolgreiche Menschen im Internet von jenen die nicht so recht voran kommen, obwohl sie doch recht fleißig sind.

  • Womit kann man im Internet Geld verdienen, und was sollte man unbedingt vermeiden?
  • Welche Denkmuster stecken hinter erfolgreichen Unternehmern im Internet?

Wenn man sich die Möglichkeiten anschaut wie man das Internet nutzen kann um Geld zu verdienen, ist es sinnvoll zwischen zwei Gruppen zu unterscheiden.

  1. Einmal gibt es die Opportunisten, die jeden Trick und jede Taktik nutzen um im Internet Geld zu verdienen. (Englisch: Opportunity = Gelegenheit)
  2. Weiterhin gibt es die echten Unternehmer, die das Internet systematisch nutzen wollen. Dabei geht es den Unternehmern darum, das Internet als eine Möglichkeit zu nutzen um das vorhandene Geschäft auszuweiten. Oder das Internet für ein stetiges Einkommen von zuhause aus neben dem festen Job zu nutzen.

Bisher war es so, dass die Opportunisten sehr viel Geld in kurzer Zeit verdienen konnten. Aber diese Möglichkeiten Geld zu verdienen, hatten zum Beispiel als Fundament immer wieder neue Tricks und Taktiken um Suchmaschinen zu überlisten. Oder irgendwelche Lücken in der Welt der Suchmaschinen in kurzer Zeit auszunutzen. Das Internet befindet sich in dieser Hinsicht noch im „Wilden Westen“, aber es ist immer nur eine Frage der Zeit bis sich die nächste Lücke schließt. Nichts gegen Opportunisten, aber Opportunisten springen von einer „Geschäftsgelegenheit“ zur Nächsten, ohne Systeme und zeitlose Vorgehensweisen zu haben, mit denen man Projekte und Prozesse testen und verfeinern kann. Man muss aber auch sagen, dass es die Opportunisten waren, die in der Vergangenheit das dicke Geld im Internet verdient haben. Aber so wie es aussieht, scheint diese Zeit vorbei zu sein. Die alten Tricks funktionieren nicht mehr. Aber mehr dazu später.

Auf der anderen Seite gibt es die Gruppe die ich einfach mal die echten Unternehmer nennen will. Die Unternehmer denken weiter in die Zukunft und wollen systematische Vorgehensweisen haben. Es geht dabei weniger darum, schnell noch die neueste Technik zu nutzen, sondern darum zeitlose Marketingprinzipien zu nutzen. Aber immer wieder taucht die Frage auf, wie man das im Internet wohl machen soll? Es wird eine Shopsoftware gekauft oder eine Webseite aufgebaut, aber so richtig kommen die Umsätze nicht ins rollen. Und man fragt sich was man falsch macht….

Fast jeder, der sich mit dem Internet beschäftigt sieht die gewaltigen Mengen an potentiellen Kunden die man erreichen kann. Man rechnet nach und sagt sich, wenn ich nur einen aus 500 Besuchern zum Abschuss bewegen kann, dann … lass mich mal nachrechnen … verdiene ich 3,9 Millionen Euro in den nächsten sechs Monaten … dann noch geschickte Werbung platzieren … Und die sechs Monate gehen vorbei, man hat stundenlang vor dem Internet gesessen und eigentlich ist gar nichts dabei rausgekommen. Nur eine Webseite die man alle paar Tage und Wochen „verbessert“. Und die leise Ahnung, dass man irgendwas falsch macht und vielleicht einfach nicht das Zeug dazu hat.

Leider tendieren Consultants / Unternehmensberater dazu mit den verschiedenen Begriffen im Internet rum zu schmeißen, bis es sich fast nach komplizierter Nuklearphysik anhört. Viele Berater sind äußerst gut darin, Sie zu überzeugen, dass Sie nichts im Internet machen können, außer wenn Sie Programmierer sind. Dass Sie Datenbanken programmieren müssen, sich mit Servertechnologie auskennen müssen etc. Dann gibt es noch die Softwareverkäufer, die Ihnen erklären, dass Sie eine aufwendige Software brauchen, um Ihren ROI (Return on Investment) steuern zu können. Schnell geben Sie einige tausend Euro für diese Softwareapplikationen aus, in der Hoffnung einen sauberen Start ins Internet zu haben. Es entsteht schnell der Eindruck, dass der Einstieg für den Vertrieb eine teure, komplexe und aufwendige Aufgabe ist. Glücklicherweise ist dies nicht der Fall. Vielleicht interessant an dieser Stelle: Wie Sie im Internet als Experte wahrgenommen werden.

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Um das Internet besser zu verstehen ist es sinnvoll sich mal genauer anzuschauen wie die Opportunisten bisher so viel Geld mit dem Internet verdienen konnten. Welche Techniken haben die Opportunisten genutzt? Woher kommen die Geschichten über 5-stellige Monatseinkommen, die im Internet mal so schnell nebenbei verdient wurden? Dies hatte mit der Entwicklung des Internets zu tun. Schauen wir uns also mal ein paar Hintergründe an.

Hier einfach mal ein paar zusammengewürfelte Hintergründe:

Die Gründerzeiten des Internets waren Goldene Zeiten. Damals gab es für eine einfache Webseite schon einige Tausend DM Honorar für den Webdesigner einer ganz einfachen Seite. Ganz interessant war, dass viele Webseitendesigner zum Teil nicht einmal wussten wie man eine Webseite bei Suchmaschinen anmelden konnte – konnten aber problemlos für 2 – 3 Tage Arbeit einige Tausend DM kassieren. Heute hingegen, bieten manche Unternehmen schon eine kostenlose Webseite für den Kunden an – nur um den Kunden zu halten.

Im Zentrum der Opportunisten-Taktiken stand eigentlich immer die Optimierung von Suchmaschinenergebnissen. Leider auch mit recht opportunistischen Methoden. Zum einen konnte man somit scharenweise Besucher auf die eigene Seite locken. Und andererseits ließ sich die Suchmaschinenoptimierung (SEO) sehr gut als Consultingleistung verkaufen. Und dazwischen gab es viele viele kleine Nischen.

Das Ranking der Webseiten, über sogenannte Metatags, war (und ist) eine Wissenschaft für sich. Dabei wird im Seitenquelltext der Webseite ein einfach Code hinterlegt, der einer Spider sagt, (Eine Software die von Suchmaschinen losgeschickt wird.) was auf der Seite zu finden ist. Das optimieren der Metatags mit Black Hat wurde zur regelrechten Wissenschaft. Nicht zu viel, nicht zu wenig etc. Man konnte einfach Trendworte rein ballern und hat ein gutes Ranking bekommen. Doch dann wurden die Suchmaschinen schlauer und fingen an den Text der Metatags mit dem echten Text der Webseite zu vergleichen. Stimmte dies nicht – ging das Ranking ging nach unten.

Immer intensiver wurde das Spiel mit den Platzierungen in den Top-Suchmaschinen. Das ging soweit, dass man sich einfach schnell bei einigen hundert oder gar tausend Suchmaschinen über eine Software eintragen lassen konnte. Diese Eintragungen wurden dann in sogenannten „Linkfarmen“ eingetragen. In je mehr Linkfarmen man einen Link hatte, um so höher das Ranking – die eigene Platzierung. Der Witz war, dass der eigene Link zur Suchmaschine oft nur 2 – 30 Minuten auf dem Bildschirm zu sehen war und dieser dann nach und nach in die endlose Liste nach unten wanderte, weil immer neue Links von irgendwo aus der Welt hinzukamen.

Doch die Entwickler bei den Top-Suchmaschinen sind ja nicht dumm, und so hörte auch dieses Spiel irgendwann auf. Die Jungs die diesen Service anboten, verloren das Geschäft und jene die diese Methodik anwandten, flogen aus den Indexen der Suchmaschinen raus. (Opportunisten)

Aber, die Opportunisten schafften es so immer wieder zu viel Traffic zu kommen und mittels Partnerprogrammen viel Geld zu verdienen.

Weiterhin gab es dann ein paar Superschlaue die anfingen den Text in der gleichen Farbe wie die Hintergrundfarbe der Webseite zu zeigen. Der Text konnte nur gesehen werden wenn man diesen mit der Maus markiert hat. Oder dieser Text wurde hinter einem Bild versteckt. Dieser Text war voller Keywords, also Schlüsselworte die im Internet viel gesucht wurden. Also Trendworte z.B. Pamela Anderson, Microsoft etc. Und das hat auch eine Weile sehr gut funktioniert. Doch die Top-Suchmaschinen wollen echten Inhalt liefern. Wenn jemand also nach einer M6 Mutter sucht, dann soll er diese auch finden und nicht auf der Seite einer Versicherungsagentur landen. Also wurden dann auch diese Webseiten bestraft und flogen aus dem Index vieler Suchmaschinen.

Irgendwann fingen dann auch verschiedene Partnerprogramme an pro Klick auf eine Werbung eine gewisse Summe zu zahlen. Dabei gingen die Betreiber von Partnerprogrammen davon aus, dass man für jeden Klick auch mit der Zeit einen gewissen Umsatz tätigt und so auch für jeden Klick bezahlen kann. So ein typischer Studentenjob war das eine Zeit lang. Man bekam also eine gewisse Summe bezahlt, wenn man z.B. eine Minute auf einer Webseite blieb. Mit dem Erfolg dass irgendwelche Superschlauen dann eine Software schafften, die einfach irgendeine Sinuskurve auf einer Webseite abfuhr und alle paar Sekunden einen Klick simulierte. Und wer Tag und Nacht einen alten Rechner laufen ließ, konnte sich ein schönes Nebeneinkommen von ein paar hundert oder sogar tausend DM aufbauen. Und es war nicht mal illegal, denn die AGB’s der Betreiber der Partnerprogramme verboten dies zu Anfang gar nicht, weil diese einfach nicht weit genug dachten. Doch als die Betreiber von Partnerprogrammen anfingen draufzuzahlen, war zum Glück Schluss damit.

Eine weitere Kehrseite dazu: Man konnte Webseitenbesucher kaufen, während irgendwelche gelangweilten Studenten sich durch irgendwelche Seiten durchgeklickt haben. Diese Absicht ist ja noch OK. Denn manch ein Student hat ja auch mal gekauft. Wirkungsvoll ? Zielgruppe mit Geld?

In der Praxis sah das dann so aus: So und so viel zahlen und man bekommt 10.000 oder 20.000 oder 100.000 Besucher auf die eigene Webseite. In Wirklichkeit hatte das mit einem echten Besucher (ausgenommen die Horden von klickenden Studenten) meist nicht viel zu tun. Da wurden einfach kleine versteckte Templates in eine große Webseite (die teilweise auch wirklich ein hohes Traffic-Aufkommen hat) eingebaut, und der Zähler der eigenen Webseite hat tausende Besucher mitzählen können. Aber echte Besucher waren auf der Webseite nie. Dann fing es an, dass man entsprechend einer Sprache auch Webseitenbesucher kaufen konnte. Aber wenn die Webseitenstatistik dann einfach mal ein viele tausend „deutsche“ Besucher morgens um 4 auf der Webseite zu finden waren, aber nicht einer reagiert, dann ist man zu recht skeptisch was da wohl wirklich dran ist. Dieses Template für diese „echten Webseitenbesucher“ sorgte dann auch dafür, dass man lauter verschiedene IP-Nummer von Besuchern hatte, und so rechtlich auch gar keine Chance hatte dagegen vor zu gehen. Und nach und nach erkannte jeder, dass da nicht viel dahinter stehen konnte.

Übrigens – es liegt die Vermutung sehr nahe, dass viele der so teuer verkauften Dot-Com Unternehmen so rund um 2000 und 2001, so diese eigenen „Webseitenbesucher“ künstlich hochgepusht haben um dann dass Unternehmen an irgendwelche halbinformierten Investorengruppen überteuert zu verkaufen. In der Zeit wurde einfach Geld hinterhergeschmissen, weil man – oberflächlich betrachtet – berechtigterweise aufgrund der vermeintlichen hohen Besucherzahlen ein riesiges Verkaufspotential vermutete. Man ging also oft nicht von wirklichen Verkaufszahlen aus, sondern von Verkaufspotential anhand von vermeintlichen Webseitenbesuchern. Es war ja auch recht einfach zu beweisen, dass es sich um lauter verschiedene Webseitenbesucher handelte, weil das Problem mit den IP-Nummern (sowas wie die persönliche Identität eines Computers) recht einfach gelöst werden konnte. Man musste einfach eine ganze Abteilung mit der Suchmaschinenoptimierung beschäftigen, und damals konnte man so nicht viel falsch machen. Die damaligen Vorgehensweisen reichten aus um ein Unternehmen für Millionen zu verkaufen, heute können Sie mit den gleichen Methoden nicht einmal mehr eine Familie ernähren.

  • Ja, natürlich gab es auch sehr tüchtige und bewundernswerte schlaue Köpfe, die wirklich ehrlich an Internetunternehmen gearbeitet haben. Letztendlich geht es ja um wirklich getätigte Umsätze und den nachhaltigen Geschäftsaufbau, der durch Marketing und Innovation voran getrieben wird.

Ein weiteres Vorgehen dass von vielen genutzt wurde, ist folgendes: Einschreiben bei vielen Partnerprogrammen und jedes Mal wenn dann ein Besucher auf einer Webseite was einkauft, bekommt man eine Provision. Ein vollkommen legitimes Verhalten. Wer hier konstant eine Webseite nach der anderen aufbaute, konnte sich in wenigen Wochen und Monaten ein monatliches passives Einkommen in 5-stelliger Höhe aufbauen. Jeden Tag 1 – 20 neue Seiten aufbauen. Pro Tag verdiente man pro Seite so seine 2,50 Euro bzw. 3 Dollar wenn man im englischsprachigen Raum mitgemischt hat. Sauber nach Themen geordnet konnte das sogar eine Hilfe für den Webseitenbesucher sein.

Aber dies brachte folgendes Problem für die Suchmaschinen. Aufgrund der genutzten Algorithmen, landeten diese Webseiten immer ganz vorne wenn ein Surfer eine Suche über die Webseite gemacht hat. Er landete auf der Seite, die oft nicht dem entsprach was er gesucht hat. Und die erste Reaktion war auf den interessantesten Banner oder Link zu klicken, mit dem Gedanke „Bloß weg von hier“. Damit hatte der Webseitenbetreiber eine sehr hohe Klickrate und somit schon eine Bezahlung falls er pro Klick bezahlt wurde. Auf der anderen Seite stehen die Suchmaschinen und wollen eine hohe Qualität bei der Suche gewährleisten. Wenn also bei einer Suchmaschine immer nur diese Seiten mit vielen Links auftauchen, dann nutzt der Besucher einfach eine Suchmaschine die in seinen Augen bessere Suchergebnisse schafft. Eine Suchmaschine will also relevante und Topergebnisse liefern, um die Nutzer auch zufrieden zu stellen. Und wenn eine Suchmaschine diese nicht getan hat, war Sie bald wertlos. Im Jahr 2000 – 2001 gab es noch einige hundert bzw. tausend Suchmaschinen weltweit. Und die Suchmaschinen, die relevante Suchergebnisse liefern konnten haben überlebt. Heute gerade noch eine Hand voll. Sie sehen also wie wichtig es für Suchmaschinen ist, hochwertige Informationen zu liefern. Denn nur so kann eine Suchmaschine überleben! (Wichtig für Sie, da relevante und spezifische Informationen zu mehr und qualifiziertem Traffic verhelfen!)

  • Und genau deswegen haben viele Opportunisten von einem Tag zum anderen Ihr monatliches 5-stelliges Einkommen verloren. Weg – futsch! Mitte 2005 fing das an. Erst im englischsprachigen Raum und dann folgten die anderen Sprachen. Diese Seiten wurden einfach von den Suchmaschinen von einem Tag zum anderen aus dem Index genommen.

Und dann wurden von den Opportunisten einfach schell neue Domains angemeldet, der gleiche Inhalt hochgespielt, das Suchmaschinenanmeldungsspiel gespielt. Und wieder kamen tausende Dollar rein. Und wenn man den gleichen Inhalt gleich mehrmals ins Netz gelegt hat, konnte man für den gleichen Inhalt gleich mehrfach bezahlt werden. Und so hat sich manche Hausfrau von zuhause ein Jahreseinkommen im Millionenbereich aufgebaut. Im englischsprachigen Raum ging es aufgrund der sehr vielen Partnerprogramme einfacher als im deutschsprachigen Raum.

Aber nach ein paar Wochen – wieder aus dem Suchindex. So wurden die Zeitintervalle immer kürzer. Und für die Partnerprogramme ist das ja auch nicht schlecht, da diese ja nur echte Besucher wollen und keine Abzocker. Denn ganz hinten auf der anderen Seite steht ein Unternehmen, das bezahlt, wenn ein echter Besucher – mit wirklichem Interesse – auf die entsprechende Webseite kommt. Und wenn ein Unternehmen immer nur an Partnerprogramme zahlt, ohne einen echten Gegenwert zu bekommen, ist das Unternehmen irgendwann weg. Dann wird diese Art der Werbung als sinnlos erkannt. Und das Partnerprogramm hat einen wertvollen und zahlenden Kunden – also ein Unternehmen welches bereit ist eine Provision für eine Vermittlung – verloren.

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Dann war auch mal die Zeit der Doorwaypages dran. Da gab es dann auch Software zu kaufen, die diese automatisch erstellt haben. Eine „Doorwayseite“ ist sowas wie eine Webseite ohne echten Inhalt die auf eine echte Einstiegsseite verweist, z.B. Ihrer Hauptseite. „Cloaking“ wurde dieses Vorgehen genannt. In diese Software hat man einfach ein paar Verben, Adjektive und Keywords eingeben können. Dann hat die Software diese einfach gemischt und mal schnell tausend Webseiten per Mausklick erstellt. Diese vielen Webseiten wurden dann via Pearl-Skript auf der Webseite erzeugt. Und diese Doorwaypages wurden auch automatisch von der Software „ständig aktualisiert“. Anfangs waren die Suchmaschinen absolut heiß darauf. Ein paar tausend Seiten mit ständig aktualisierten Inhalten und man kam so in Top Positionen. Die Suchmaschinen bekamen also die Scheinseiten mit Schrott-Inhalten zu sehen, und die echten Webseitenbesucher wurde auf eine Seite mit echten Inhalten geleitet. Doch die Jungs bei den Suchmaschinen sind zum Glück richtig schlaue Köpfe und wer dann so eine Seite besaß flog mit der Zeit schnell aus dem Index. Und die Softwareentwickler dieser Software waren Ihre Geschäft auch los, weil niemand diese Softwarelösungen mehr haben wollte. (Opportunisten)

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Früher – im Internet heißt das vor 6 Monaten bis vor 5 Jahren – konnte man sich Partnerprogrammen ganz einfach eine goldene Nase verdienen. Damals haben viele Firmen z.B. für jeden neuen Kunden den man angeworben hat eine gute Provision ausgezahlt. Und wer diese Lücke entsprechend früh entdeckt hat, konnte richtig gutes Geld verdienen, bis Andere es nachmachten. Einfach eine platzierte Werbung bei Google, den eigenen Affiliatelink (Ihr persönlicher Link des Partnerprogrammes) einsetzen, zurücklehnen und sehen wie das Geld automatisch das Konto füllt. Kein Witz – so einfach war es. So konnte man z.B. schauen welche Filme im Kino gut ankommen. Diese gleichen Filme kommen dann ein paar Monate später als DVD raus. Und viele Menschen bestellen sich dann schon die DVD schon lange im voraus. Einfach ein Partnerprogramm aussuchen welches diese DVD verkauft, und wo man eine möglichst hohe Provision bekommt. Dann eine bezahlte Werbung bei Google AdWords  innerhalb 10 Minuten platzieren. Und das war eine Zeit lang richtig einfach verdientes Geld. Einmal die Werbung einrichten und man hatte einen passiven Einkommensstrom. Immer auf der Suche nach guten Filmen und Produkten, Werbung schalten und kassieren. Heute geht das nicht mehr so einfach. Denn ein Klick kostet schnell mal 20 bis 40 Cent pro Klick für die Werbung für eine gute DVD, und ist damit nicht mehr rentabel.

eBayhat damals z.B. eine gute Provision bezahlt, wenn man neue Leute zu eBay vermittelt hat. Mit Google AdWords konnte man dann einfach eine Werbung für ein paar Cent platzieren. Und jedes Mal wenn jemand darauf geklickt hat, und sich bei eBay als User angemeldet hat, hat die Kasse geklingelt. Ist man dann einen Schritt weiter, konnte man die Werbung in der entsprechenden Sprache in vielen Ländern platzieren. Lukrativ bis es zu viele Nachahmer gab. Und eine ganze Reihe anderer Unternehmen hat auch für Anmeldungen bezahlt. Mit der Einrichtung von ein paar Werbungen konnte man buchstäblich Tausende verdienen während man sich zurücklehnte.

Aber vergessen Sie nicht, diese Vorgehensweisen funktionierten, weil das Internet noch im Reifestadium ist. Es ging immer darum Lücken zu nutzen. Und diese Lücken wurden immer wieder geschlossen, und so wird es in Zukunft auch sein!

Vielleicht haben Sie nicht alles verstanden – egal. Es ging nur darum Ihnen einen Einblick in die bisherigen Möglichkeiten und die Arbeitsweise der Opportunisten zu geben. Wenn Sie jetzt aber ein echter Unternehmer sind, dann sehen Sie dass es hier wenig mit systematischen zeitlosen Vorgehensweisen zu tun hatte. Und schon lange nicht brauchbar für jemanden der ein laufendes Geschäft hat, und das Internet effizient nutzen will. Denken Sie mal über eine echte Geschäfts-Positionierung nach.

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Aber was kann man von den Opportunisten lernen?

  • Die alten Wild-West-Methoden funktionieren heute nicht mehr, oder nur noch bedingt.
  • Eine Geschäftsstrategie, die darauf basiert Suchmaschinen auszutricksen, ist ein riskantes Fundament. Und keine wirkliche Strategie…
  • Werbung, die nur aus zufälligen Besuchern im Internet abhängt, macht Sie von den Suchmaschinenalgorithmen total abhängig und ist daher riskant.
  • Ungezielte Werbung in den Markt schießen – das ist riskant und teuer. Der Dot-Com Zusammenbruch hatte dies als Fundament. Es hat nicht gehalten. Echte Umsätze und Gewinne zählen.
  • Ihre Werbung komplett auf kostenlosen Suchmaschinenrankings zu basieren ist ein riskantes Fundament.
  • Eine ständige „Verbesserung“ der Metatags / Webseiten um bessere Ergebnisse bei Suchmaschinen zu erzielen, ist ein wackliges Fundament. Es gibt Wichtigeres. Sobald die Suchmaschine die Kriterien ändert, fangen Sie von vorne an. Und – die Ergebnisse sind oft kaum messbar!

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Die Parallele – die Opportunisten im Network Marketing / Strukturvertrieben

Die Mentalität der Opportunisten ist gleich wie die der Menschen, die alle paar Monate bei einem neuen Network Marketing Unternehmen anfangen. Oder gleich mehrere Unternehmen parallel aufbauen wollen. „Als erster dabei sein“, „automatischer Spillover“ etc. sind die typischen Phrasen die man dann so hört. Jeder Gelegenheit wird als eine wahrgenommen, wo man schnell ganz von alleine in kurzer Zeit ganz oben ist und ein Millioneneinkommen bekommt. Einfach weil ja andere die Arbeit irgendwann machen. Und dann wundern sich die Networker-Hopper (Opportunisten) warum Sie kein Geld verdienen wenn Sie von einer besten Gelegenheit zur anderen rennen.

Es wird damit geworben, daß „Henry Ford auch jede Geschäftsgelegenheit geprüft hat, weil es ja das Angebot des Lebens sein könnte“. Übrigens – damals gab es rund 250 Autohersteller in den USA! Hätte Henry Ford jedes Angebot geprüft – wie ein Opportunist – wäre er nie dazu gekommen den Fort-T zu bauen. Er hat sich auf den Unternehmensaufbau mittels Systemen und Prozessen konzentriert.

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Und dann gibt es die echten Networker (die Unternehmer), die nach 3 – 5 Jahren systematischer Arbeit ein 6 oder 7-stelliges Jahreseinkommen haben. Die jeden Tag eine neue „beste“ Geschäftsgelegenheit in irgendeiner Email vorgestellt bekommen – diese ignorieren – und unternehmerisch weitergehen und nachhaltigen Erfolg haben. Einfach weil Sie es richtig machen (getestete Systeme, richtiges Fundament), und keiner Blase hinterherrennen. Übrigens, das Internet hat die Arbeit des Network Marketings allgemein viel schwieriger gemacht. Vorsicht also, wenn man Erfolgsgeschichten hört, die vor der Zeit des Internets stattgefunden haben. Da galten andere Regeln. Nicht alles was damals funktionierte, funktioniert heute! Ich stehe dieser Geschäftsform aus reiner Marketingsicht äußerst kritisch gegenüber. Warum? Zu viele gute Leute die kein Geld verdienen. Vielleicht berichte ich mal an anderer Stelle darüber.

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Damit wäre der Unterschied zwischen der Denkweise von Opportunisten und Unternehmern geklärt. Wenn Sie also ein unverbesserlicher Opportunist in diesem Sinne sind, dann ist es an der Zeit umzudenken. (Und sich einen Vorsprung vor den anderen Opportunisten zu schaffen! Haha)

  • Ein typisches Beispiel für einen Opportunisten ist der Student Alex Tew, der die geniale Idee hatte, Pixel als Werbeflächen auf seiner Homepage zu verkaufen. Damit hat er wohl gegen 1.000.000 Dollar verdient. Das Studium sollte so jedenfalls finanziert sein. Nachahmer gab es massig, aber „first-to-market“ und die Originalität der Idee war auch der entscheidende Erfolg. Inzwischen gibt es die Superschlauen, die nur 500 Worte verkaufen zu je 100 Dollar pro Wort. Farbe und Schrift kann man dann auswählen. Und irgendwelche Variationen (Network Marketing und Pixels) dieser Idee werden im Lauf der Jahre wahrscheinlich immer wieder auftauchen. Diese geniale Pixelseite war aber „nur“ eine zu beneidende durchgeknallte Idee, die nicht wirklich duplizierbar ist. Und mit einem strategischen und nachhaltigen Unternehmensaufbau hat dies wenig zu tun.
  • Weitere Beispiele für Opportunisten sind: Domains sichern um diese dann ganz teuer irgendwann zu verkaufen. Es ist ein hochspezialisiertes Gebiet, für Quereinsteiger kein leichtes Spiel. Auch nicht mehr zeitgemäß; Webseiten mit Inhalt (laufendes Geschäft) ist ein Schritt weiter.
  • Oder hoffen, dass man irgendwie doch noch Suchmaschinenspamming machen kann – gerade so dass man nicht entdeckt wird.

Verstehen Sie mich nicht falsch – nichts gegen Opportunisten. Aber es gehört zu einer gesunden Entwicklung, sich von einem Opportunisten zum Unternehmer zu entwickeln. (Natürlich im Sinne der hier definierten Begriffe). Letztendlich geht es darum ein Geschäft aufzubauen, und nicht von einer halbdurchdachten Idee zur nächsten zu rennen.

Übrigens – diesen Text habe ich 2006 geschrieben, und war Teil eines Ebooks. Ich habe den Text 3 jetzt mehr als drei Jahre später nur schnell überflogen. Doch gerade für jene die immer nach einer neuen Geschäftsgelegenheit suchen, ist es vielleicht ein wertvoller Hinweis.

Ganz hilfreich: Wie Sie mit Ebooks und dem Informationsmarketing richtig verdienen können.

Hoffe es hilft.
Markus Trauernicht