Guerillamarketing…via falsche Fährte

Wenn starke Konkurrenten bewusst dort werben, wo die man weiß, dass die Werbung nicht profitabel ist. Es sich aber trotzdem leisten können. Auch um neue Konkurrenten auf die falsche Fährte zu locken. Zum Beispiel: Ein neuer Konkurrent lässt sich nieder. Jetzt wird intensiv an Plakatwänden geworben, um den neuen Konkurrenten in die Irre zu führen. So dass der auch dort wirbt, und so schnell sein eigenes Marketingbudget kaputt macht. Und der aufgrund der zu hohen Werbeausgaben nicht auf Dauer überleben kann. Es liegt in der Natur der Dinge, dass massiv geworben wird, wenn ein neuer Konkurrent sich in der Nähe nieder lässt. Der macht es nach, und schafft es dann oft nicht zu überleben…

Oder Social Media Werbung wird praktisch NUR so ausgerichtet, dass die Konkurrenz diese dauernd sieht. Das bringt den Effekt, das es so aussieht, als seien Sie allgegenwärtig. Um die Konkurrenz vom Wesentlichen abzulenken, und diese sich auf Social Media Marketing stürzt, während schon lange festgestellt wurde, dass die Social Media Aktivitäten im eigenen Markt praktisch wertlos sind. Ähnlich wie Landminen dafür das sind um zu verletzen, und Ressourcen des Feindes in Anspruch zu nehmen, anstatt gleich zu töten.

  • Oder fake Webseiten die aufgebaut werden, so dass die Konkurrenz sich dann damit beschäftigen kann und eifrig nachbaut.
  • Oder die Webseite des gescheiterten Nebengeschäftes wird online gelassen, um die Konkurrenz heiß drauf zu machen. Während man schon längst die Mitarbeiter wieder im Hauptgeschäft beschäftigt.

Auf die falsche Fährte locken nennt man das… counter-intelligence.

Weltfremd? Diese Art der Politik ist sehr oft unternehmensintern zu finden, wo Mitarbeiter sich gegenseitig ausspielen. Wo falsche Informationen gestreut werden, Mitarbeiter nicht zu Meetings eingeladen werden, oder der Zeitpunkt falsch weiter geleitet wird, gemobbt wird etc.

  • Im Wirtschaftsbereich wird oft auch einfach ein starker Zulieferer mit Aufträgen überhäuft, so dass man den an sich bindet. Und dass der Zulieferer sich nicht mehr um die Neukundenakquise kümmert. Dann bekommt der plötzlich keine Aufträge mehr, so dass er dann an den Auftraggeber verkaufen muss – oder sonst in Kürze Insolvenz anmelden muss. Ist einem Bekannten von mir vor einer Weile passiert. Da bangten dann 300 Mitarbeiter um den Job. Er verkaufte und ging in den Ruhestand. Oder der Zulieferer so absichtlich kaputt gemacht wird, so dass man so die eigene Konkurrenz lähmen kann, die dann plötzlich Probleme mit der Zulieferung hat. (Tipp: Ein alleiniger großer Kunde ist nie gut.)
  • Und schon manch ein Unternehmer hat sich im Jahr darauf einen zu großen überteuerten Messestand gemietet, weil die Mitarbeiter der Konkurrenz erzählten wie gut die Messe läuft, obwohl es gar nicht lief.

Tipp: Einfach die Klappe halten wenn etwas funktioniert.

Markus Trauernicht