Wer gute Werbetexte schreiben will, muss negativ denken können

Die meisten Menschen haben keine Ahnung darüber was positives Denken ist. Eine positive Grundlage zu schaffen, bedeutet dass man bereit ist die Dinge zu sehen wie diese wirklich sind. Dazu gehört, dass man im Detail äußerst pessimistisch ist.

  • Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man negativen Dingen aus dem Weg geht, wenn man nur positiv denkt. Es ist normal im Leben, dass man Probleme und Hindernisse vor sich hat. Diese zu ignorieren ist naiv und führt nur zu einer gigantischen Frustration.

Schreibt man einen Werbetext, muss man auf die typischen Einwände des potentiellen Kunden eingehen. Da kann man nicht mit einem „positiven Denken“ an der Realität vorbei denken. Man muss Einwände behandeln, bevor diese auftauchen.

Eine wirklich positive Geschäftsgrundlage ist, wenn man bereit ist im Detail pessimistisch zu sein, und das Schlimmste zu erwarten. Denn dann denkt man im Voraus an die Dinge die wichtig sind, so dass man nicht ständig irgendwelche kleinen Feuer löschen muss. Sich negativ vorzubereiten ist äußerst clever. Manch eine Existenzgründung wäre nicht gescheitert, wenn man einfach mal ein paar negative Szenarien durchgespielt hätte, um auch realistisch vorgehen zu können. Besonders wenn es um schwierige Märkte geht.

  • Beim Schreiben notiert man sich alle möglichen Einwände, Sorgen und Fragen die ein potentieller Kunde haben könnte. Und diese werden dann im Werbetext abgearbeitet. Oft ohne diese direkt zu nennen. Man schaut sich genau an wo die Schwächen eines Produktes sind, und tut nicht einfach so wie wenn diese nicht vorhanden sind.

Es bringt wirklich nichts den Elefanten im Raum zu ignorieren, in der Hoffnung dass der gleich weg ist. Hier liegt ja auch der Grund, warum „positives Denken“ so oft negative Ergebnisse bringt.

  • Kunden sind heute sehr kritisch. Die wollen einen zufriedenstellenden Gegenwert für das eigene Geld bekommen. Den muss man schon verdeutlichen. Es liegt nicht in der Natur eines Produktes, dass der Wert des Produktes sich selber erklärt.

 

Markus Trauernicht

P.S. Audio – Positives Denken, aber negative Ergebnisse