Praktisch umsetzbare Tipps für einen noch besseren Werbetext

Verstecken Sie die echten Vorteile des Produktes nicht unter einem Stapel von Sätzen die immer wieder den Namen des Produktes erwähnen. Der Name des Produktes ist für den Leser nicht wirklich wichtig. Wichtig für den Leser ist, was das Produkt bewirken kann. Vorteile und Eigenschaften des Produktes sind viel wichtiger als der Name oder das Logo.

  • Schreiben Sie Werbetexte die Lösungen für Probleme aufzeigen. Damit wird ein Text erst richtig lesenswert. Auch wenn man nicht kauft.
  • Vermeiden Sie den Preis sofort zu nennen, wenn es nicht ein außerordentliches Produkt ist.

Vermeiden Sie Superlative: Beste, Schnellste, Phantastisch etc. Das wirkt floskelhaft und zu sehr nach hardselling. Nennen Sie lieber die ganz konkreten Ergebnisse die der Käufer von dem Produkt erwarten kann. Mal ganz sachlich – wer will denn noch übertriebene, hochgepuschte und schlechte Werbetexte lesen?

  • Bullets – Aufzählungspunkte – sind eine sehr geschickte Art einen Text noch lesbarer zu machen. Die stärksten Argumente müssen zuerst genannt werden. Ganz im Gegensatz zu einer Verhandlung oder einer Diskussion wo die stärksten Argumente nicht gleich genannt werden. Warum? Der Leser muss immer wieder daran erinnert werden, warum er überhaupt die Email gerade liest. Denn im Gegensatz zu einer Verhandlung in einem Konferenzraum bleibt der Leser nicht erst mal sitzen, sondern ist gleich weg.

Prinzipiell: Je länger ein Text, um so besser die Ergebnisse. Es geht dabei jedoch nicht um die Länge des Textes, sondern darum die richtige Länge zu haben. Und die richtige Länge ist erreicht, wenn alle Vorteile in dem Verkaufstext sauber abgearbeitet wurden. Wichtig ist, dass die einzelnen Absätze nicht länger sind als wenn es ein kurzer Text ist. Absätze mit 5 – 6 Zeilen sind für das Auge leichter zu lesen als wenn der Absatz doppelt so lang ist. Nicht vergessen – Langatmigkeit ist nicht was gefragt ist. Genau so wenig wie lang und unglaubwürdig.

Schreibfehler können eine Email mit Verkaufsbotschaft zerstören. Nein, das stimmt nicht wirklich. Schreibfehler wirken oft authentischer als ein fein säuberlich polierter Text. Vor einer Weile rief ein Texter-Kollege bei mir an und war recht gestresst. Bei der Formatierung war seine Überschrift, die auch aus graphischen Elementen bestand, im Werbetext völlig zerfetzt worden. Die Überschrift machte so nicht einmal Sinn. Und aus irgendeinem Grund war diese zerfetzte Formatierung trotzdem verschickt worden. Die Sorge war unberechtigt. Die Ergebnisse übertrafen jede Erwartung. Seltsam – oder? Wichtiger als alles richtig zu machen, ist es das Richtige zu tun.

  • Hier noch ein paar praktische Tipps zu guten Verkaufstexten
  • Eine Email, aber auch ein Werbetext muss keinen Wettbewerb gewinnen. Schickes Design ist oft kontraproduktiv und verringert die Response. Das Design muss aus der Marketingsicht und nicht aus redaktioneller Sicht gestaltet werden. Jedes Bild muss sich seinen Platz verdienen, und an genau der Stelle im Werbetext die Verkaufsbotschaft unterstützen.
  • Streichen Sie raus was nicht wirklich wichtig ist. Der erste Absatz eines Textes ist oft nur ein Labersatz.

Kommas werden oft genutzt um schlecht geschriebene Sätze wieder zu reparieren. Sinnvoller ist es einen solchen Satz in kleinere Sätze umzuschreiben. Allerdings sollte ein Werbetext nicht nur aus kurzen Sätzen bestehen. Eine variierende Länge kann das Tempo im Text beschleunigen oder verlangsamen.

Der Werbetext muss mehr bieten als: „Kauf mein Produkt.“ Das sagt jeder. Der Text soll gleichzeitig das Vertrauen, die Glaubwürdigkeit und den Wiedererkennungswert steigern. Denn wenn der Leser nicht kauft, dann soll er wissen dass die nächste Email von Ihnen auch lesenswert ist. (Hier wird ganz oft im Informationsmarketing versagt). Denn irgendwann wird der Leser höchstwahrscheinlich doch mal kaufen. „Wenn die kostenlosen Informationen schon so gut sind, dann werden die bezahlten Informationen ja noch viel besser sein!“

Markus Trauernicht