Wie können Sie Ihrem Verkaufstexter helfen bessere Texte zu schreiben?

Immer wieder wird man als Texter damit konfrontiert, dass der Kunde nur ganz spärlich mit Informationen heraus rückt.

Als Texter ist es wichtig zu wissen, wie gut vergangene Mailings gelaufen sind. Denn wenn man sich diese anschaut, kann man herauskristallisieren welche Argumente sinnvoll sind, und welche Emotionen angekitzelt wurden um eine höhere Wandelung mit dem Werbetext zu erzielen.

Doch der Kunde hat in der Regel eine panische Angst, dass man danach mit den gewonnen Informationen zur Konkurrenz rennt, und diese dann davon profitiert.

Ich kann Sie beruhigen.

  • Jeder Texter ist anonym (Dummy-Email-Adressen) oder auch offen, auf ganz vielen Mailinglisten. Das heißt man richtet sich im Mailingprogramm Ordner ein, wo automatisch alle Emails von einem Verlag eingeordnet werden.
  • Um dann heraus zu finden welche Mailings gezogen haben, schaut man einfach wie oft diese verschickt werden.
  • Oder man schaut, auf welche Werbetexte innerhalb von kostenlosen Newslettern verlinkt werden.

Einfach und sehr effizient.

  • Damit kann man schon recht genau herausfinden welche Texte ziehen, und welche nicht. Denn Texte die kaum Ergebnisse bringen, werden nur ein oder zwei Mal verschickt. Text die gut ziehen werden ganz oft verschickt.
  • Und in Newslettern wird besonders auf die Verkaufstexte verlinkt, die auch gute Ergebnisse bei den Abschlüssen bringen.

Um noch eins draufzusetzen: Viele Texter schreiben buchstäblich sehr gute Texte von Hand ab, um so besser zu werden! Und jeder Texter der das tut, wird garantiert dafür sorgen, dass er keinen Text der schlechte Ergebnisse gebracht hat, auch noch von Hand abschreiben wird.

Wenn ein Verlag sich bei einem Auftrag dann recht zugeknöpft gibt und nur spärlich mit Informationen heraus rückt, dann bedeutet das nur mehr Arbeit für den Texter, der sich die notwendigen Informationen für einen Spitzen-Werbetext halt anderweitig suchen muss.

Man kann es nicht wirklich verhindern, dass gute Informationen automatisch weiter fließen.

  • Wenn ein Auftraggeber dem Texter wenige Informationen gibt, dann schneidet der sich damit selber ins Fleisch.

Es gibt aber auch genau das Gegenteil: Man bekommt ein Thema gestellt, welches sich ein Produktmanager ausgedacht hat. Das kann ziemlich ausarten wie zum Beispiel: „Schreiben Sie einen Text darüber, wie der Ölpreis die Finanzkrise ausgelöst hat.“ Tja, da ist man sehr gut beraten den Auftrag abzulehnen, da es mit einer soliden Beweisführung sehr mager werden würde. Und vor allem würden die Zahlen für Abonnenten, die den bezahlten Newsletter bestellen, sehr niedrig sein.

  • Das reflektiert natürlich sofort zurück auf den Texter, auf den die Schuld dann schnell abgeschoben wird.

Was oft vergessen wird ist, dass man als Werbetexter im Finanzbereich oft ein größeres Bild als der Analyst hat. Und zwar weil man ja immer recherchiert und interessante Zusammenhänge findet und entdeckt. Dinge die man so im Internet oft noch nicht findet. Das heißt jetzt nicht, dass ein Texter bessere Investment-Empfehlungen als der Analyst (der hinter einem Börsenbrief steht) geben könnte, aber dass Werbetexter im Finanzbereich oft erstaunlich tief in der Investment-Thematik stecken. Es ist daher schon sehr sinnvoll, dem Texter einen freien Lauf bei der Texterstellung zu geben.

(Letztendlich ist es ja so, dass genau die gleichen Analysten die den Crash nicht haben kommen sehen, schon ganz schnell von einer nachhaltigen Wende sprachen. Doch wer sich einfach im Lauf der letzten Jahre die Bestsellerlisten bei beispielsweise Amazon angeschaut hat, konnte selber 1 und 1 zusammenzählen.)

Im Prinzip ist das Beste was man machen kann, dem Texter für einen neuen Verkaufstext möglichst viel an Informationen zukommen zu lassen. Bisherige Newsletterausgaben geben, auf den Verteiler des bezahlten Börsenbriefes setzen lassen, klar sagen wie gut alte Texte gezogen haben als diese neu waren, Kontakt zum Analysten herstellen etc.

Legen Sie Ihren Texter nicht an die Leine.

Informationen sind immer mehr frei verfügbar. Es liegt in der Natur des Internets. Am Besten reitet man als Auftraggeber auf der Welle, indem man das für sich nutzt. Denn wenn ein Verlag sehr offen mit den Textern kommuniziert, dann ist das schon ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Verlagen die dies nicht tun.

Viele Verlage haben auch Angst, dass Texter sehen wie viel Geld mit bezahlten Börsenbriefen verdient wird, und geben möglichst Infos an den Texter raus. Selbst ein stattliches Honorar verblasst ganz oft neben dem was man für den Kunden an Geld reinbringt.

Ein Ansatz ist, dass man den Texter am Produkt beteiligt. Das bringt den Vorteil, dass der Werbetexter auch ein hohes Interesse hat das Informations-Produkt voran zu treiben. Spricht ja auch nichts dagegen 10 Cent für jeden Euro den ein Texter nachweislich einbringt zusätzlich zum Honorar zu zahlen. Das ist besonders für Unternehmen interessant, die drastisch wachsen wollen.

Zudem hält man einen guten Texter von der Konkurrenz fern.

Hoffe es hilft.

Markus Trauernicht