Ein glückliches Kaninchen finden

Die Gefahr bei einer Kaninchenanschaffung liegt darin, dass man jemanden mit Kaninchen kennt, die gerade Junge bekommen haben, diese supersüß findet und dann sind die Kinder auch noch kaum zu bremsen. Doch denken Sie dran, dass die ganz ganz kleinen Kaninchen für Kinder weniger geeignet sind. Und wenn ein Kind unter Allergien leidet, dann sind langhaarige Kaninchen auch nicht sinnvoll. Daher sollte man eher etwas sachlich und distanziert an die Thematik gehen, bevor man eine unüberlegte emotionale Entscheidung trifft – und das Tierheim nach einer Weile die Verantwortung übernehmen muss. Oder man plötzlich doch einen größeren Käfig kaufen muss, weil man sich vorher nicht richtig informiert hat.

 

Bevor man sich also für eine Art entschiedet, dann ist es sinnvoll einen Züchter in der Umgebung mal aufzusuchen. In der Regel wird Ihnen jeder Züchter gerne viel zu den Kaninchen erzählen.

Wenn Sie ein Kaninchen von einer befreundeten Familie, Züchter oder aus dem Tierhandlung kaufen, gilt es folgendes zu beachten:

● Schauen Sie die Umgebung der Kaninchen an. Ist es sauber? Riecht es gut? Wenn nicht, dann gehen Sie bitte woanders hin!

● Fassen Sie die Kaninchen an! Lassen diese sich streicheln? Ein bischen Schüchternheit ist normal. Doch aggressive Verhalten sollten vermieden werden.

● Sehen die Kaninchen gesund aus? Laufende Nasen, Augen, Ohren, Niesen oder Schnauben – diese Kaninchen sind zu meiden. Hautpilze sind von Kaninchen auf den Mensch übertragbar.

● Untersuchen Sie den „Auspuff“ des Kaninchens. Sieht es nach Durchfall aus? Dies kann bei Kaninchen sehr schnell zum Tod führen.

● Schauen Sie ob die Augen klar sind, ohne Abfluss.

● Die Nase darf auch keinen Ausfluss haben. Die Nase darf nass sein, aber nicht tropfen. Das Fell um die Nase herum sollte trocken sein.

● Riecht der Käfig nach Urin?

● Sieht der Kot normal aus. Ist es fester Kost oder dünnflüssiger Kot.

● Atmet das Kaninchen normal? Es solle nicht hecheln, außer wenn es sehr warm ist.

● Sehen die anderen Kaninchen in dem Stall gesund aus?

 

Ein riesiger Nachteil beim Kauf in einer Tierhandlung liegt darin, dass Sie die Eltern der Kaninchen in Ihrer Umgebung nicht gesehen haben. Weiterhin stehen Sie in der Gefahr einen unüberlegten Spontankauf zu machen, einfach weil man alle notwendigen Artikel gleich aus einer Hand bekommen kann. Kaninchen aus der Zoohandlung erscheinen auf den ersten Blick sehr billig. Doch die Folgekosten z.B. eine Sterilisation (mehr dazu später) ist nicht ganz billig. Weiterhin werden die Kaninchen dort oft im Alter von 4 – 6 Wochen angeboten. Doch man sollte kein Kaninchen kaufen, welches nicht mindestens acht Wochen alt ist. Besser noch 10 Wochen. Warum? Beim säugen erlernt das kleine Kaninchen wichtiges soziales Verhalten, z.B. Unterordnung gegenüber dem Leittier und ranghöheren Tieren - zukünftig sollen das Sie und Ihre Kinder sein! Weiterhin bekommt das Jungtier in der Muttermilch wichtige Immunisierungsstoffe mit verabreicht. Gerade wenn ein Tier in einer Tierhandlung krank erscheint, sollte man es nicht freikaufen. Denn damit unterstützen Sie die falschen Menschen und Züchter. Und ein neues krankes Tier übernimmt den Platz. Wenn man schon ein Kaninchen haben will, dann ist es besser dies aus dem Tierheim zu holen. Der große Vorteil bei Tieren aus dem Tierheim, ist dass die Tiere schon kastriert/sterilisiert entwurmt, geimpft etc. wurden. Gerade in Tierheimen werden oft trächtige Kaninchen abgeladen, dort gibt es immer wieder Jungtiere.

Riesenvorteil von Tierheimen: Im Tierheim sind Kaninchen teils schon aneinander gewöhnt – Sie können also zwei Tiere erwerben, die schon gut miteinander auskommen. Es geht hier nicht um „zweiterhand“ und „minderwertige“ Kaninchen, sondern um Tiere die in der Regel bei Menschen waren, die sich nicht die Mühe gemacht haben sich vorher zu informieren!

Riesenvorteil von Tierheimen: Sie können Ihr vorhandenes Kaninchen mitbringen, um zu testen ob es mit einem bestimmten neuen Kaninchen gut auskommt.

 

Ganz wichtig: Ein Kaninchen ist ein Gesellschaftstier. Wenn Sie sich ein Kaninchen zulegen, dann sollten es mindestens zwei Kaninchen sein. Ein Meerschweinchen ist kein Ersatz, auch wenn Kaninchen und Meerschweine in größeren Gehegen gut miteinander auskommen mögen. Sie werden auch entlastet, wenn Sie zwei Kaninchen haben, denn die Zwei können sich auch miteinander beschäftigen. Am unkompliziertesten ist es wenn man ein Weibchen und ein Männchen (kastriert) zusammen hält. Wenn man zwei unkastrierte Männchen zusammenhält, kann es zu ernsthaften Machtkämpfen mit schweren Verletzungen oder gar dem Tod  kommen. Bei zwei Weibchen kann es auch zu Machtkämpfen kommen. Machtkämpfe sind normal, und diese sollte man auch tolerieren, solange kein Kaninchen verletzt wird. Sonst muss man die Tiere sofort trennen. Denken Sie daran, im Käfig gibt es keinen Fluchtraum! Es ist manchmal nicht ganz unkompliziert einem vorhandenen Kaninchen einen Artgenossen zur Seite zu stellen. Die zwei sollten auf jeden Fall in neutralem Territorium einander vorgestellt werden. Sonst besteht von Anfang an die Gefahr eines Revierkampfes. Daher ist es sinnvoll, gleich von Anfang an zwei Kaninchen anzuschaffen die schon miteinander auskommen.