Ernährung

Spontan denkt man an die Karotte / Mohrrübe wenn man an die beste Ernährung von Kaninchen denkt. Doch dies ist eine Fehlinformation. Natürlich lieben Kaninchen Karotten, doch der Zuckergehalt von Karotten ist sehr hoch. Und wenn diese nach Herzenslust gefuttert werden dürfen, dann haben Sie sehr schnell sehr dicke Kaninchen.

Genau so verhält es sich mit Trauben und Bananen. Ganz besonders Bananen sind sehr beliebt. Vielmehr sollte es sich hier um Leckerbissen handeln. Eine ideale Belohnung im Training.

Der wichtigste Bestandteil der Ernährung von Kaninchen besteht aus Heu. Und davon sollte immer ausreichend vorhanden sein. Denken Sie dran, Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde fressen auch nur Gras – und sind sehr zufrieden damit. Heu ist auch nur getrocknetes Gras. Das Heu sehr wichtig für die gesunde Ernährung, da es sich um Ballaststoffe handelt, die sehr wichtig für den Darm sind. Ein gut funktionierender Darm ist eine Grundvoraussetzung für ein gesundes Kaninchen.

 

Sie werden mit der Zeit feststellen, welches Heu von den Kaninchen bevorzugt wird. Kaninchen können ganz schön wählerisch sein. Schauen Sie sich das Heu genau an; es darf keine dunklen Flecken haben. Schimmel ist sehr ungesund. Die richtige Farbe liegt bei einem mittleren bis hellen grün. Es riecht frisch und nicht muffig. Wenn Sie nach längerer Lagerung sehen, das es staubig ist, dann ist dieses Heu nicht mehr brauchbar.

Was Sie über Pellets/Trockenfutter wissen müssen:

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Pellets. Auf keinen Fall dürfen zuviele Pellets gegeben werden. Das Heu muss nach wie vor das Grundnahrungsmittel sein. Stark gemahlenes Heu in Pellets sorgt mit der Zeit für eine Verkürzung des Darmtraktes. Und somit einer verschlechterten Aufnahme von Nährwertsstoffen. Gerade bei Kaninchen die sogar den eigenen Kot fressen, um die notwendigen Bakterien wieder dem Körper zuzuführen, ist ein gesunder Darm wichtig.

Werden auch zu viele Pellets verfüttert, dann werden die Zähne der Kaninchen nicht richtig belastet und abgenutzt. Einfach weil die Tiere schneller satt sind und weniger Heu fressen. Die Zähne werden zu lang. Und die Zähne zu kürzen ist für Kaninchen keine angenehme Sache, und für Sie auch nicht ganz billig.

Pellets aus Gemüse und Obst - das hört sich auf das Erste mal sehr gut an. Hier handelt es sich oft um Überreste aus der Saftherstellung. Also was übrig bleibt, wenn eine Frucht zu Saft verarbeitet wird. Doch hier ist viel Zucker enthalten, aber wenige Mineralien und Vitamine. Es besteht ein hoher Anteil an Kohlenhydraten, und die Pellets quellen im Magen auf. Ein Kaninchen kann ganz schön schnell fett werden, wenn es zu viele von diesen Pellets bekommt.

Pellets aus Getreide/Melasse:

Stärke wird teilweise zu Mehrfachzucker umgewandelt. Dies führt im Darm zu Blähungen. Es findet eine unzureichenden Aufspaltung in Einfachzucker auf. Es gelangt weiterhin ein Teil der Stärke direkt in den Dickdarm – ohne aufgeschlossen zu sein. Die Folge ist ein veränderter PH-Wert, der für schädliche Colibakterien einen idealen Nährboden bietet.

Natürlich gibt es auch gute Pellets. Die Pellets voller Lekkerlis z.B. getrocknete Früchte sind halt sehr zuckerhaltig. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt – z.B. während der halbjährlichen Impfungen. Frisst ein Kaninchen zu viele Pellets wird es schnell zu dick.

Trockenfutter:  Man darf nicht vergessen, dass in einer Trockenfrucht, die geballte Energie einer frischen Frucht steckt. Und zwar in der Form von Zucker. 20 Rosinen sind letztendlich 20 Trauben – einfach zuviel für ein Kaninchen. Trockenfutter ist daher ideal, um zu schlanken Kaninchen zu einem idealeren Körpergewicht zu verhelfen.

Getreide: Das Getreide gehört nicht zum natürlichen Speiseplan eines Kaninchens. Es kann manchmal sinnvoll sein, dieses in limitierter Menge an sehr große Kaninchenarten zu verfüttern, um das Körpergewicht zu regulieren. Doch viel Heu ist immer die bessere Alternative.

Nüsse: Diese können hier und da nicht schaden (alle paar Wochen), doch es geht hier um einzelne Nüsse. Denn darin sind wertvolle Öle enthalten. Doch zuviele Nüsse können zu Durchfall führen. Nüsse gehören nicht zum natürlichen Speiseplan von Kaninchen.

Was für Kaninchen gesund ist:

Heu:  Immer zur freien Verfügung notwendig. Es ist überlebensnotwendig für einen gesunden Kaninchendarm. Heu ist ein überlebensnotwendiger Ballaststoff. Ist zuwenig Heu in der Nahrung, werden die Kotkügelchen nicht ausreichend gebildet. Wird zuwenig Heu gefressen, dann ist das Kotvolumen ist sehr viel geringer weil die Ballaststoffe fehlen. Und damit die Menge der wichtigen Bakterien die zur weiteren Verdauung notwendig sind. Kotkügelchen werden von Kaninchen gefressen, um die notwendigen Bakterien wieder dem Körper zuzuführen. Oft sind schon gesunde Kräuter im Schnitt  mit enthalten, oder vom Hersteller dazu gemischt worden. Denken Sie dran – Heu ist getrocknetes Gras.

Gras: Bei Gras verhält es sich genau so, es ist ein wichtiger Ballasstoff. Dies darf täglich und frisch angeboten werden. Ein junges Kaninchen muss aber daran gewöhnt werden, sonst kann es zu Durchfall kommen. Im Winter ist Gras natürlich nicht so verfügbar. Deshalb im Frühling langsam daran gewöhnen um Durchfall zu vermeiden. Gras von einer Wiese geschnitten ist sehr sinnvoll, da dort auch Kräuter enthalten sind. Bitte nicht direkt am Wegrand pflücken. Schauen Sie auch, dass keine Zecken im Futter sind.

Frisches Gemüse: Dieses muss täglich angeboten werden. Darin sind wichtige Vitamine und Mineralien enthalten. Das Gemüse wird am Besten mehrmals täglich in kleinen Portionen verfüttert. Gibt es Durchfall? Dann verringern Sie die Menge. Besonders Kohl kann schnell zu Durchfall führen.

Obst: Zweige von Kernobst sind ein willkommenes Knabberobjekt. Vermeiden Sie natürlich giftige Sorten wie z.B. Kirsche, Pfirsich und Aprikose. Obst darf auch immer wieder angeboten werden. Am besten im Training als Belohnung. Die Gefahr liegt darin, dass ein Kaninchen nur noch Obst fressen will, wenn es erst mal auf den Geschmack kommt. So könnte sich ein Kaninchen von sich aus nur von Bananen ernähren – doch gesund ist dies sicherlich nicht. Ein Teelöffel oder Esslöffel mit Obst ist ein guter Richtwert. Gemüse liegt viel näher an der natürlichen Ernährung eines Kaninchens.

Grünfutter: Im Prinzip geht es hier um Kräuter wie Basilikum, Blumen mit Blüten, Sonnenblumen, Ringelblumen, Löwenzahn, Fenchelgrün etc. Gesunde Kaninchen dürfen sich an diesem Futter richtig satt fressen. Es sind wertvolle Lieferanten von Mineralien und Vitaminen.

Kann in größeren Mengen auch mit Zweigen und Blättern angeboten werden:

Apfelbaum, Birnenbaum, Heidelbeerbusch, Johannisbeerbusch, Haselnuss Strauch

Nur in kleinen Mengen anbieten: Erle, Birke, Pappel, Kiefer (umstritten, nur allerkleinste Mengen, lieber gar nicht)

  • Echte Tanne, z.B. Edeltanne, Rottanne, Weißtanne. Tannenzapfen dieser Bäume sind ideale Knabberspielzeuge.

Grundsätzlich ist es bei der Kaninchenernährung wie bei uns Menschen: Die Vielfalt bringt ist wichtig, da so die rund 60 Mineralien und Bausteine die wir täglich brauchen dem Körper zugeführt werden. Die logische Folge einer gesunden und vielfältigen Ernährung bei den Kaninchen ist ein glänzenderes Fell, klarere Augen, eine gesunde Zahnlänge und ganz wichtig – ein gesunder Darm.