Kaninchenvorbereitungen

Als erstes gilt es zu klären, ob die Kaninchen in der Wohnung leben werden, oder draußen. Es gibt Gründe dafür, ein Kaninchen nicht draußen leben zu lassen.

Outdoor Kaninchen

Hauskaninchen haben in der Regel eine deutlich höhere Lebenserwartung. Diese kann sogar bei über 10 Jahren liegen. Ein Kaninchen welches draußen im Stall wohnt, hat eine deutlich kürzere Lebenserwartung, von ca. 2 – 5 Jahren.

Wenn ein Kaninchenkäfig draußen steht, ist es nicht zu verhindern, dass es mal Katzenbesuch bekommt. Oder sonst ein wildes Tier in die Nähe kommt. Z.B ein Fuchs oder ein neugieriger Raabe. Und da Kaninchen sehr schreckhaft sind, kann eine solche Begegnung dazu führen, dass sich ein Kaninchen buchstäblich zu Tode erschreckt. Es kann aber auch dazu führen, dass es panisch versucht zu flüchten, und sich in dem Käfig Knochen oder sogar den Rücken bricht.

● Weiterhin besteht die erhöhte Gefahr von Insekten, Flöhen etc. und den damit übertragenen Krankheiten.

Und natürlich gibt es diese Kinder die einfach mal zum Spaß den Käfig aufmachen. Oder jemand der sich schon immer mal einen Kaninchenbraten gönnen wollte.

Kaninchen die alleine draußen im Käfig leben, können recht schnell depressiv werden. Gerade wenn Kaninchen draußen leben, ist es schwierig die Gesundheit zu überprüfen. Durchfall wird z.B. nicht schnell genug entdeckt, so dass es schon zu spät sein kann wenn man es bemerkt.

Sollten Ihre Kaninchen nicht in der Wohnung leben können, dann ist die Garage manchmal eine Alternative. Bitte achten Sie auf ausreichende Beleuchtung in den Wintermonaten. In der Großstadt ist ein Kaninchenstall auf dem Balkon, mit einem Auslauf in die Wohnung hinein, eine gute Lösung. Die Balkonbeschränkung muss aber hoch genug sein, so dass ein glückliches Kaninchen nicht plötzlich ohne Fallschirm über die Brüstung hinwegspringt.

● Im Sommer ist es gut möglich die Kaninchen draussen im Stall leben zu lassen. Natürlich sind die typischen Gefahren damit nicht gebannt. Ein Laufstall ist eine Notwendigkeit und kein Luxus.

● Viele Kleinzüchter haben mehrere Käfige im Garten, mit einem geschlossenen Auslauf davor. Praktisch wie ein Vogelkäfig. Wenn man Platz hat, eine sehr angenehme Lösung. Achten Sie darauf, dass die Kaninchen nicht unterdem Zaun hinausbuddeln, bzw. Raubtiere sind reinbuddeln.

● Denken Sie dran: Jedes Indoor-Kaninchen muss auch ab und zu an die Sonne. Das hat schon allein mit dem Vitamin D zu tun, welches sich durch die Sonneneinstrahlung entwickelt. (Ist bei uns Menschen auch so.)

Wenn Ihre Kaninchen trotzdem draußen wohnen werden, dann liegt es an Ihnen die Temperatur angenehm zu regulieren. Im Winter braucht es viel Heu / Stroh um sich dann z.B. in einem warmen Karton zu verstecken. Das Stroh speichert die Wärme auch viel besser als Heu, da es innen hohl ist und die warme Luft innen drin speichert. Im Sommer, wenn es so richtig heiß ist, erfreut sich ein Kaninchen auch gerne an ein oder zwei eingefrorenen Wasserflaschen, an welches es sich schmiegen kann um die Körpertemperatur zu regulieren.

● Wichtig ist auch immer frisches flüssiges Wasser. Vorsicht: Im Winter tendiert dies natürlich dazu einzufrieren.

● Die Temperaturunterschiede dürfen nicht zu drastisch sein. Daher lieber im Winter in der Garage die Temperatur anpassen. Zum Beispiel wenn die Kaninchen für eine Weile in den Schnee zum spielen dürfen. Und auch auf dem Weg zurück lieber erst über die Garage etwas anwärmen, bevor es in die warme Wohnung geht.

Indoor Kaninchen

Sollten Ihre Kaninchen sich hauptsächlich in der Wohnung aufhalten, gilt es diese „kaninchensicher“ zu machen. Es stellt sich also die Frage ob die ganze Wohnung für die Kaninchen zur Verfügung steht, oder nur ein Teil der Wohnung. Sie können schon sehr viel Ärger vermeiden, indem Sie das richtige Spielzeug zur Verfügung stellen.

  • Kabel müssen so verlegt werden, dass diese nicht angeknabbert werden. Denn dies kann zu schweren Verbrennungen oder zum Tod führen. Die Kabel können in Kabelschläuchen / Kabelrohren aus dem Baumarkt verlegt werden, oder an der Wand befestigt werden.
  • Giftige Hauspflanzen sind zu entfernen. Also raus damit, oder an die Decke hängen. Achtung: Giftige Blätter können hinunterfallen und sehen eventuell für ein Kaninchen sehr schmackhaft aus. Deshalb sind kleine Pflanzen sinnvoll, die nicht über den Blumentopf hinaus wachsen.

Ein Kaninchen ist eine Höhlentier. Und daher ist es auch logisch, dass es sich gerne in dunklen Ecken versteckt. Kaninchen lieben es also sich in dunklen Ecken zu verstecken. Zum Beispiel unter dem Bett oder unter Möbelstücken. Es kann also passieren, dass sich ein Kaninchen von unten in ein Sofa oder Sessel hineingräbt, und sich eine Höhle baut. Im ersten Augenblick mag dass richtig anmutig erscheinen. Doch spätestens wenn das Revier innerhalb des von unten ausgehöhlten Sessels markiert wird, wird es ganz schön unappetitlich. Eventuell also die Möbel von unten mit Sperrholz abdecken.

Wenn man also gleich eine Kiste zum verstecken hinstellt, dann ist die Chance auch kleiner, dass Ihr Kaninchen auf dumme Ideen kommt. Man muss also sichere Alternative zum kauen, buddeln und knabbern schaffen.  Und natürlich sollten die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden, bevor die neuen Mitbewohner da sind. Es kann viel Ärger mit zerstörten Möbeln ersparen, unterbrochenen Telefonaten, gekappten Internetverbindungen und mit durchgeknabberten Stromkabeln - oder auch den Tod des Kaninchens.

  • Lassen Sie keine Fernbedienungen und Handys herumliegen. Diese Knöpfe sind hervorragend um angeknabbert zu werden.


Liebend gerne werden Fußleisten angeknabbert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten jene besagten Stellen weniger appetitlich zu machen. Zum einen ein paar Tropfen Apfelessig an die Stelle anbringen. Wenn dies nicht nützt, dann einen Block Seife nehmen, und die betroffene Stelle einreiben. Es geht dabei um den Geruch und nicht um eine dicke Lage Seife. Und diesen Geschmack mögen Kaninchen genau so wenig wie Sie! Eventuell ist es auch sinnvoll, die Fußleisten mit Plastikfußleisten aus dem Baumarkt abzudecken.

  • Teppiche schmecken auch hervorragend. Aber nur weil Ihr Kaninchen gerne herumknabbert, ist dies kein Grund den Auslauf zu verwehren. Entfernen Sie die Teppiche eventuell und schaffen Sie Alternativen.
  • Denken Sie dran auch eventuell mehr als nur ein Kaninchenklo aufzustellen. Und - ab und zu wird es ein Unglück geben. Ist halt so.
  • Auch wenn Ihr Kaninchen in der Wohnung lebt. Auf jeden Fall braucht es einen Käfig, der frei zugänglich ist wenn das Kaninchen in der Wohnung herumhoppelt.

Die beste Vorsorge ist noch immer gutes Kaninchenspielzeug. Sie werden sich wundern mit wie wenig Kaninchen zufrieden sind. Mehr dazu gleich.

Spazieren gehen: Kann man denn ein Kaninchen an der Leine spazieren führen, und wann macht dies Sinn?

Pauschal wird mancher Kaninchenkenner sagen, dass es absoluter Blödsinn ist. Doch was macht man wenn man inmitten einer Großstadt lebt, und keinen Garten hat? Vielleicht auch keinen Balkon. Es wäre schade wenn man nicht ab und zu mit dem Kaninchen in einen Park gehen kann. Und da es bekannterweise auch ab und zu mal einen Hund im Park gibt, sollte man schon einen Leine haben, so dass das Kaninchen nicht für immer verschwunden ist. Wichtig ist, dass die Leine nicht um den Hals gelegt, wird. Sollte das Kaninchen sich plötzlich erschrecken, könnte es sich dabei das Genick brechen. Die Leine darf  auch nicht zu lang sein, immerhin soll das Tier wieder in wenigen Sekunden bei Ihnen auf dem Arm sein. Trainieren Sie das Leinenanlegen in der Wohnung, so dass ein Kaninchen ein positives Erlebnis damit verbindet, und nicht eventuell nur einen schmerzhaften Tierarztbesuch.

Ein Auslauf irgendwo auf dem Bürgersteig ist weniger sinnvoll. Erstens kann es dort  im Sommer so heiß werden, dass Sie selber nicht barfuß dort laufen könnten. Weiterhin hin geht es bei dem Hauskaninchen um ein gezüchtetes Tier welches nicht an einen groben Untergrund gewöhnt ist. Die Füße könnten auf dem groben Boden verletzt werden. Und da Bürgersteige oft mal von unseren Mitmenschen verrotzt werden, sollte sich ein schnuckeliges Kaninchen nicht darauf bewegen müssen.

  • Vorsicht bei grünen Rasenflächen die mit giftigen Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Dies könnte Ihr Kaninchen töten, falls daran geknabbert wird.
  • Ein Kaninchen ist kein Hund. Es ist ein Fluchttier und eventuell mag das Kaninchen es gar nicht wenn Sie hinter Ihm laufen.