Nachwuchs

Natürlich ist es hochinteressant Kaninchennachwuchs zu bekommen. Doch aufgrund der hohen Vermehrungsrate ist dieses Thema recht kontrovers. Lesen Sie alles was Sie zu diesem Thema finden können. Schauen Sie sich ein Tierheim an. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden einzelne Tiere aus Ihrem Nachwuchs in einem dieser Heime landen! Rund eine Million Kaninchen werden jährlich eingeschläfert. Es geht hier nicht darum die Kaninchen zu „erlösen“, sondern darum dass Menschen zu bequem sind.

Kaninchen als Nebenverdienst zu züchten kann betriebswirtschaftlich kaum als lukratives Geschäft bezeichnet werden. Futterkosten, Haltungskosten, Tierarztrechnungen etc. wollen bezahlt werden. Zwar werden zusammen in Deutschland, Österreich und der Schweiz jährlich rund 40 Millionen Kaninchen verspeist, doch diese werden dann in der Massenhaltung aufgezogen um auch gewinnbringend zu sein. Den schmusigen Kinderliebling dann zu verspeisen ....

Wenn Sie sich aber nach reiflicher Überlegung zu einem Kaninchenwurf entschlossen haben, dann dürfen Sie auch Freude daran haben. Denken Sie aber bitte daran, dass schon 12 – 24 Stunden nach der Geburt die nächste Paarung stattfinden kann.

 

Nach der Paarung Rammler und Zibben (weibliche Kaninchen) müssen in getrennten Käfigen gehalten werden. Kaninchen sind nun halt mal territoriale Tiere, und ein ein Weibchen kann gegenüber dem Männchen recht aggressiv werden. Sie werden wissen, dass die Paarung stattgefunden hat, weil das Männchen mit seinen Hinterläufen klopfen wird. Nehmen Sie das Weibchen aus dem Käfig und halten Sie es um auch sicher zu machen dass sie nicht uriniert. Nach einer Stunde darf Sie wieder zu dem Männchen. Sie werden an ihren Launen erkennen, dass sie trächtig ist. Es kann aber auch passieren, dass ehemals bissige Tiere plötzlich lammfromm werden. Die Nippel fangen an zu wachsen. Das Weibchen sollte nun im eigenen angrenzenden Käfig gehalten werden. Die Ernährung sollte nach wie vor aus viel Heu und aus einer gesunden Mischung Grünzeug bestehen.

  • Das Weibchen wird immer zu dem Männchen in den Käfig gebracht. Die Paarung kann auch auf neutralem Grund (nicht im Territorium der Kaninchen) stattfinden.
  • Der Rammler sollte die gleiche Köpergröße wie das Weibchen haben, sonst kann es zu Schwierigkeiten bei der Geburt kommen.

An dieser Stelle ist es auch sinnvoll die Scheinträchtigkeit anzusprechen. Diese kann vorkommen, wenn ein Weibchen von anderen Weibchen oder kastrierten Männchen besprungen wird, und dadurch ein Eisprung ausgelöst wird. Das Weibchen geht durch die gleichen Verhaltensweisen als sei diese trächtig.  Das Verhalten legt sich nach rund 20 Tagen.

Die jungen Kaninchen kommen nach rund 31 Tagen zur Welt. Etwas 5 – 7 Tage vor der Geburt kommt die Nistbox in das Gehege. Mit Heu und sauberen alten Handtüchern. Das Kaninchen wird auch anfangen die eigenen Haare auszuzupfen und das Nest damit auszuschmücken.

Nach der Geburt wird die Mutter die Jungtiere reinigen. Ihre Aufgabe ist es eventuelle tote Jungtiere zu entfernen.

 

 

Die Meinungen gehen auseinander wie man weiter vor zu gehen hat. In der Natur verschwindet die Mutter oft und kommt, um nur zum säugen 1 – 3 mal täglich, zurück. Dann verstopft sie wieder den Höhleneingang und verschwindet. Man kann nun in der Zucht die Jungtiere entfernen, und morgens und abends die Nistbox in den Käfig stellen, so dass die Jungtiere gesäugt werden.

Andere Züchter lassen die Jungtiere bei der Mutter. In dieser Zeit haben die Jungtiere auch nichts bei dem Vater zu suchen. Manche Mutter wird auch sehr aggressiv wenn man versucht die Jungen zu entfernen.

Zum Säugen wird sich an die Zitze gehangen. Mit den Hinterbeinen wird sich am Mutterleib abgestützt, mit den Vorderpfoten wird die Gegend um die Zitze herum massiert. Doch erst wenn mehrere Jungtiere an den Zitzen hängen, wird die Milch nach 2 – 3 Minuten freigegeben. Daher wechseln die Jungtiere anfangs dauernd die Zitzen. Für den Beobachter sieht dies sehr chaotisch aus.

Nach dem Säugen vergraben sich die Jungtiere wieder im Nest. Die gegenseitige Körperwärme hält die Tiere warm. Die Jungtiere wechseln auch die Position ab, so dass alle Tiere immer gleichmäßig warm sind.

Nach rund 10 - 14 Tagen öffnen sich die Augen. Helfen Sie vorsichtig mit einem feuchten Tuch nach, wenn einzelne Augen verklebt sind. Die Ohren werden nach rund einer Woche genutzt.

Nach rund 7 – 9 Tagen fangen die Jungtiere an am Heu herumzuknabbern. Sie fangen auch an die Kotbällchen der Mutter zu fressen, um die notwendigen Verdauungsbakterien in den eigenen Körper zu bringen. Es ist also Absicht der Mutter nicht allen Kot im Kaninchenklo zu deponieren, sondern auch im eignenen Nest. Vermutlich lernen die Jungtiere durch die Aufnahme des Kots auch welche Pflanzen essbar sind.

Mit rund 17 – 20 Tagen fangen die Jungtiere an die Außenwelt genauer zu untersuchen – immer bereit wieder ins Nest zu flüchten. Sorgen Sie dafür, dass der Auslauf kaninchengerecht ist. Kein Maschendraht, auf dem die Füße verletzt werden können. Und der Auslauf in oberen Etagen des Käfigs sollte blockiert werden, so dass nur die Mutter darüberhopsen kann. Denn Sie wollen nicht, dass ein Jungtier mal eine Kaninchenetage hinterknallt, oder seitlich von einem Etagenaufgang hinunterfällt. Gewöhnen Sie die Tiere langsam an Frischfutter. Achten Sie darauf, dass keines der Tiere Durchfall aufgrund zuvielen Gemüse bekommt.

Immer mehr entwickeln sich die Tiere zu richtigen Kaninchen. Anfangs wird noch recht ungeschickt gehoppelt. Im Alter von rund 2 Monaten hört die Mutter auf den Jungen Milch zu geben. Viele Züchter trennen dann die Jungtiere von der Mutter.

Die Jungen sollten frühestens im Alter von 8 Wochen ein neues Zuhause finden.

  • Den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen erkennen Sie daran, dass die Hoden der Männchen allmählich zu sehen sind.

Kindestötung:

Diese kann vorkommen, wenn ein Weibchen nicht genug Platz hat. Die Jungtiere werden einfach verspeist – immerhin handelt es sich um wertvolle Proteine. Es kann auch vorkommen, dass ein anderes Weibchen die entdeckten Jungtiere tötet. Deshalb ist es so wichtig die trächtige Mutter von anderen Kaninchen zu trennen. Es kann auch vorkommen, dass eine Mutter ein Jungtier versehen mitfrisst, wenn sie die eigene Plazenta nach der Geburt frisst. Dass Sie beispielsweise ein Jungtier verletzt, und es deswegen auch frisst.

Geschechtsbestimmung:

Diese ist nicht ganz leicht, doch man will auch nicht von der Erfahrung anderer abhängig sein. Hier liegt auch ein sehr guter Grund dafür sich Kaninchen aus dem Tierheim zu holen. Denn diese sind schon kastriert / sterilisiert und spätestens bei der Operation wurde das  Geschlecht dann zu 100% eindeutig bestimmt.

Man dreht also das Kaninchen auf den Rücken und im Genitalbereich schiebt man das Fell auseinander. Unter dem Schwanz liegt der After und direkt davor in Richtung Bauch liegt die Genitalöffnung. Die Geschlechtsöffnung beim Rammler ist punktförmig, und wenn man leicht in der Nähe drückt, dann tritt der Penis hervor. Doch gerade bei Jungtieren ist der Penis noch sehr klein. Die Scheide des Weibchens ist hingegen eher eine Ausstülpung, hat eine eher längliche Form und ist näher am After. Die Hoden des Männchens liegen direkt neben dem Penis, einen richtigen Hodensack gibt es nicht wie bei anderen Tierarten. Die Hoden müssen durch den Leistenspalt erst nach unten wandern, so kann es vorkommen dass nur ein Hoden zu finden ist. Je nach Temperatur werden die Hoden mehr in den Körper hineingezogen, oder herausgelassen – so wird dann die Temperatur der Hoden reguliert.

  • Männchen haben in der Regel einen breiteren Kopf als Weibchen.