Bevor Sie sich jetzt so ein knuddeliges Kaninchen oder Zwei anschaffen, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  1. Wer übernimmt nun letztendlich die Verantwortung für die Tiere? Sie als erwachsener Mensch oder Ihr Kind, welches vielleicht noch gar nicht so recht weiß was zu erwarten ist? Teilen sich die Kinder die Verantwortung? Dann ist es vielleicht sinnvoll wenn jedes Kind ein eigenes Tier hat.
  2. Der Aufenthaltsraum für das Kaninchen muss „kaninchensicher“ gemacht werden. Ähnlich wie bei einem kleinen Kind. Z.B. Stromkabel sollten dort nicht angefressen werden können.
  3. Haben Sie ein grundlegendes Verständnis für Tiere bzw. der grundlegenden Natur eines Kaninchens. Wissen Sie was an Kosten, Zeitaufwand und Training damit verbunden ist? Sind Sie willig dies herauszufinden?
  4. Das Kaninchen braucht mindestens vier Stunden pro Tag außerhalb des Käfigs. Freie Spielzeit im Laufkäfig oder in der Wohnung. Natürlich ist das Tier am zufriedensten, wenn es sich den ganzen Tag sich frei bewegen kann.
  5. Wer hat Zugriff zu dem Tier? Wenn das Kaninchen ein Teil der Familie wird, dann ist es notwendig, dass Kinder und Kaninchen richtig Bekanntschaft machen, sich richtig vorgestellt werden. So dass die Tiere die Kinder nicht als Bedrohung sehen. Und die Kinder lernen wie man mit dem Tier umzugehen hat.
  6. Kaninchen brauchen eine Routine zur Fütterung, der Spielzeit, der Pflege und dem Aufräumen, der Stallreinigung. Denn eine Vorhersagbarkeit baut Stress für das Kaninchen ab. Es muss eine Routine sein, die zu Ihrem Lebensstil passt.
  7. Sind Sie auch bereit 5 – 10 Jahre für ein Kaninchen zu sorgen? Besonders bei Kaninchen die in der Wohnung leben, ist die Lebenserwartung in der Regel deutlich höher. Und – Kaninchen brauchen Liebe und Fürsorge. Haben Sie die Zeit dazu?
  8. Können Sie sich die Kosten leisten, die ein Kaninchen mit sich bringt. Futter, Tierarzt, Impfungen, Sterilisation, Käfig etc. ?
  9. Es wird vorkommen, dass Dinge beschädigt werden. Hier und da wird mal an etwas geknabbert. Das kommt natürlich auf das einzelne Tier an. Abhängig vom Alter, der Persönlichkeit und ob das Tier sterilisiert wurde. Und - wie kaninchensicher Ihr Haus / Ihre Wohnung ist.
  10. Wie tolerant sind Sie gegenüber kleinen „Unglücken“. Wenn es mal etwas feucht wird, wenn das Territorium markiert wird oder einfach mal ein Argument aus Kaninchensicht vorgetragen wird.  Wenn mal ein paar Kügelchen herumliegen...
  11. Wenn Sie ein Kaninchen haben, für welches „die Kinder sorgen sollten“, dann müssen Sie verstehen, dass Haustiere unter die Verantwortung eines Erwachsenen fallen. Und ein Tier sollte sicherlich nicht hungern müssen, um dies als Manipulationsmittel gegen das Kind einzusetzen: „Wenn du nicht fütterst, dann hungert der Kleine halt!“ (Damit lernt ein Kind höchstens wie man andere Menschen – auch Sie – auf Kosten anderer manipuliert!)
  12. Sind Mitglieder in der Familie allergisch gegen Tierhaare? Nur weil man gegen Katzen oder Hunde allergisch ist, muss man nicht gegen Kaninchen allergisch sein. Sie tun einem Kind und den Kaninchen sicherlich keinen Gefallen, wenn Sie die Kaninchen aufgrund der Allergien wieder nach ein paar Wochen abgeben.
  13. Kaninchen sind Gesellschaftstiere. Ein Kaninchen alleine zu halten ist nicht artgerecht und ist Tierquälerei. Kaninchen brauchen Artgenossen, immerhin ist es ein Herdentier. Sollten Sie sich gegen ein zweites Kaninchen entscheiden, dann muss Ihr eingesetzter Zeitaufwand sehr viel höher sein. Wollen Sie aber nur ein Tier haben, dann sind Sie viel besser mit einem Goldhamster beraten, denn diese Tiere müssen alleine gehalten werden. Werden zwei Goldhamster in einem Käfig gehalten, endet dies in der Regel immer für ein Tier tödlich. Die Ausnahme bildet die Paarungszeit.
  14. Die Interaktion Ihrer Kinder und der Kaninchen muss ganz besonders am Anfang überwacht werden.
  15. Sie müssen sich mit der Natur der Kaninchen auseinandersetzen! Denn nur so ist ein effektives Training und Verständnis möglich. Warum reibt es das Kinn an den Möbelstücken? Wann knirscht es mit den Zähnen? Warum isst es auch mal die eigenen Kügelchen. Warum pinkelt es Sie an? Wie bringen Sie den Kaninchen bei, Sie nur sanft anstatt hart zu zwicken wenn es Ihnen etwas sagen will? Wie leiten Sie den Spieltrieb in die richtige Richtung, so dass Ihre Möbel nicht immer dran glauben müssen? Welches sind die wichtigen Gründe für eine Sterilisation? Wie geht man mit einem bockigen Kaninchen um? Und genau so wichtig: Ihre Kinder müssen dies auch wissen, denn sonst werden diese von den Kaninchen regelrecht schikaniert!
  16. Können Sie damit leben, wenn mal Möbel beschädigt werden?Werden die Kaninchen drinnen oder draußen leben?
  17. Wie sieht es mit der Urlaubsvertretung aus? Kennen Sie jemanden, der mit Kaninchen umgehen kann, und im Urlaub aufpassen kann? Und nicht völlig überfordert ist, wenn aus irgendeinem Notfall heraus mal ein Tierarzt aufgesucht werden muss.

 

Letztendlich sollen doch gerade die Kinder einen besondere Freude an den neuen Haustieren haben. Sie müssen Ihren Kindern also das notwendige Wissen vermitteln, so dass diese bei Rangstreitigkeiten mit den Kaninchen nicht immer den Kürzeren ziehen. Denn sonst geht auch die Freude an den Tieren verloren. Die vielen Tiere die in Tierheimen abgeliefert werden sind der traurige Beweis dafür. Es könnte auch heimliche Racheakte von seiten des Kindes gegenüber dem Kaninchen geben. Wenn das Kaninchen beispielsweise einfach durch das Gitter gepiekst wird, weil das Kind einen Groll gegen das Tier hegt (weil das Kind von Ihnen dauernd wegen dem Kaninchen ausgeschimpft wird).